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Besuch
auf dem C-Weltwettbewerb (13. -20.07.2002) in Hannover/Laatzen. |
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| Vor einiger Zeit, ich war zu dem Zeitpunkt
noch amtierender Weltmeister der Klasse - F2a -, anlässlich einer Ausstellung
des HMSB im Leine-Center, hatten wir, der HMSB-Vorstand Helmut Warda und ich,
ein Gespräch mit dem Leine-Center-Manager Herrn H. Hantke. Hier ging es um
einen eventuellen C-Weltwettbewerb im Center. Dieses einstündige Gespräch
verlief aus meiner Sicht schon recht positiv, wurden doch die wichtigsten
Modalitäten wie anfallende Kosten, Schiedsrichterbestallung, Vitrinen usw.
angesprochen und wohlwollend abgenickt. Nachdem jetzt H. Warda von dieser Seite
grünes Licht bekommen hatte, bemühte er sich, wie man sieht, erfolgreich um
diesen C-Weltwettbewerb. Hut ab vor dieser Leistung, egal wie der eine oder
andere Teilnehmer oder Besucher es auch sehen mag!!! Zehn Tage vor Beginn der Veranstaltung bekam
ich prompt eine Einladung zur Eröffnung der Weltmeisterschaft im Center. Ich
war etwas verwundert, dass hier auf einmal die Rede von einer Weltmeisterschaft
war, heißt doch eine C-Veranstaltung auf dieser Ebene "C-Weltwettbewerb"!
Ich denke, hier hätten die verantwortlichen regelfesten Funktionäre,
rechtzeitig für Klarheit sorgen müssen. Sind doch gerade in der Vergangenheit
um die offiziellen Titel solcher Veranstaltungen wahre Glaubenskriege entbrannt!
Zur Richtigstellung gehört auf jeden Fall: Auf einer M- (Rennbootklassen) oder
NS-Klassen- (alle Fahrklassen) Weltmeisterschaft gibt es den offiziellen Titel
des Weltmeisters! In den C-Weltwettbewerben werden nur Diplome der
Leistungsstufen verteilt! Da ich leider schon einen anderen Termin
hatte, konnte ich leider erst am Montag, den 15.07.02 zu einem Besuch des
C-Weltwettbewerbs starten. Dass ich bei meiner Ankunft viele alte Freunde und
Bekannte, nationale wie internationale, begrüßen konnte, war mir eine
besondere Freude. Dass ich mich in diesen Kreisen sehr wohl fühlte, muss ich
wohl nicht besonders erwähnen. Im Nu waren doch einige Stunden in diesen
Kreisen vergangen und auf die Fragen, warum ich nicht Teilnehmer bin oder
Schiedsrichter, verwies ich immer wieder auf die so genannte Arbeit der
Funktionäre. Leider wird aus meiner Sicht Kritik, ob berechtigt oder nicht, nur
hinter hervorgehaltener Hand geübt, ein Vorwurf, den ich so manchem Modellbauer
mache! Bei all diesen Gesprächen verging die Zeit wie im Fluge, und es wurde
allmählich Zeit für einen Rundgang durch die Ausstellung. Beim ersten Rundgang durch das Center fiel mir
allerdings auf, dass nicht ein Jugendlicher in den gesamten Klassen vertreten
war. Frage an die verantwortlichen TK-Funktionäre: Warum sind wider besseren
Wissens überhaupt die Klassen für Junioren geschaffen worden? War nicht einmal
der Aufruf ergangen, die Klassen zu reduzieren? Doch nun zu den Klassen. Die C1-Klasse (nicht maschinell angetriebene Modelle) bestand aus 38 Modellen. Hier waren zum Teil schon mir bekannte, aber auch ganz neue Modelle vertreten. Besondere Prunkstücke waren hier, um nur einige zu nennen: VICTORY aus China, die GOTO PREDESTINATIA aus der Ukraine und die LA RENOMMEE aus Italien. Auch Günter Pflaum mit seiner LA SALAMANDRE gehörte für mich zu recht auf den Goldmedail-lenrang.
Ich denke, durch die Vielfalt der Maßstäbe
und Schiffstypen hatten die Bauprüfer es auch hier besonders schwer, das
richtige Augenmaß und somit die entsprechende Wertung zu finden. Hier, wie auch
in den übrigen Klassen, stellte ich mir hin und wieder die Frage, wie sich so
manches Modell für so einen Weltwettbewerb qualifizieren konnte! Für mich ist
allerdings immer wieder ein Rätsel, dass hier Bauprüfer aus der C2-Klasse
(maschinell angetriebene Schiffsmodelle) und umgekehrt C1-Leute (Historiker) in
C2-Klassen werten! Wer ein bisschen vom Modellbau versteht, wird sicherlich zu
dem gleichen Schluss kommen. Die deutsche Auswahl hat in dieser Klasse 1x Gold-,
2x Silber- sowie 1 Bronzemedaille gewonnen. Meine Frage ist: Wo sind all unsere
C1-Modellbauer geblieben? In der C2-Klasse (maschinell angetriebene
Modelle) mit 43 ausgestellten Modellen waren wieder einmal die Modellbauer aus
China mit ihren inzwischen in die Jahre gekommenen Mannschaftsmodellen YUANWANG
III, und die beiden HUJIULAO III angetreten. Mir fällt es immer wieder schwer,
unterschiedliche Baupunkte zu den Großmodellen zu erkennen, sind doch nur allzu
deutlich die so genannten Serienarbeiten zu erkennen. Außerdem sind hier doch
inzwischen auch ganz erhebliche Verschleißerscheinungen wie Rostbildung,
fahrbetriebbedingte Spuren und inzwischen auch recht unsauber gewordene Ecken
erkennbar. Von daher ist wohltuend zu vermerken, wenn dann ein Schlachtschiff
wie die von dem russischen Modellbauer Igor Gribov gebaute SLAVA in der
Reihenfolge der Spitzenmodelle auf dem zweiten Platz eingestuft wurde.
Wo viel Sonne ist, gibt es bekanntlich auch Schatten! Da ich mir gerade diese Klasse sehr genau ansah, kann ich jetzt, wo die Ergebnisliste sehe, nur noch den Kopf über einige Schiedsrichter bzw. die Endergebnisse der Modelle schütteln! Mit Sicherheit ist der Modellbauer nicht mit jedem Punkt einverstanden, wenn jedoch kleine niedliche Schiffchen mit detailgespickten Schiffsriesen mit dem 6 bis 8 x so großen Aufwand, die obendrein von der baulichen und maßstäblichen Qualität auch noch übertreffen, so hoch gewertet werden, darf jedoch zu Recht Unmut auftreten! Auch hier stellte ich ein altes Übel in der Bauprüfung fest. Wird doch in keiner Weise der Umfang und damit automatisch der Schwierigkeitsgrad der Arbeit bedacht! Meine Auffassung zu den Bauprüferleistungen sind mal grob gesagt (man verzeihe mir bitte den Vergleich), auch hier wurde wieder versucht, Gartenlauben mit Kathedralen auf einen Nenner zu bringen. Entgegen den Regeln überboten sich einige Bauprüfer in der Fehlersuche am gerade zu wertendem Modell! Übrigens ein Übel, weshalb ich eine eigene Meinung zu Schiedsrichterleistungen habe.
Dass der so genannte Goldmedaillenregen nicht
für deutsche Mannschaft eingetreten ist, hat ja zum einen etwas mit der neuen
Abstufung der Ränge, dem fantastischem Regelwerk der NAVIGA und zum
anderen mit dem Ausstieg einiger Spitzenmodellbauer zu tun. Immerhin hat unsere
Mannschaft aber noch 2 ? x Gold-, 6 x Silber- und 3 x Bronzemedaillen gewonnen. In dieser Klasse bot der nauticus die jeweils
pro Nationen zugestandenen 12 Schiffsmodelle auf, wie auch immer! Ausgerechnet
auch hier belegte (so wie schon in C1) ein deutscher Teilnehmer den letzten
Platz. Persönlich bedauere ich unsere verpasste Gelegenheit, gerade in
Deutschland unseren chinesischen Modellbaukollegen einmal unsere gesamte
Modellbaustärke zu demonstrieren. Andere ausrichtende Nationen haben da
offensichtlich ein anderes, mehr auf den Modellbau bezogenes Denken! Das sollte
aber auf keinen Fall soweit gehen, dass geltende Regeln wissentlich übergangen
werden. Hat man sich ja im Laufe der Zeit schon daran
gewöhnt, dass der nauticus nicht dem Verband angeschlossene Modellbauer zu
solchen WM`s vor anderen Verbandsangehörige nominiert, muss ich jedoch zu
folgendem Fall einmal klar Stellung beziehen. Dass es mir als Sportler und
ehemaliger Wettbewerbsteilnehmer schwer fällt, über diesen empörenden Fall zu
schreiben, muss ich wohl nicht extra erwähnen. War doch von je her mein
oberstes Gebot, erforderliche geltende Regeln zu beherrschen, die ja zwingend für
Wettbewerbe und Modellbauprüfungen erforderlich sind und hundertprozentig
einzuhalten!
Es kann doch nicht sein, dass der
nauticus-Teilnehmer H-J. Bornholdt mit dem Modell HERMES SCAN, das in Liege (B)
1983 eine Silbermedaille, in Rastatt 1985, Rouen (F) 1987 und Ostberlin 1989
jeweils Goldmedaillen erhalten hatte, hier, durch die direkte Nachnominierung
des nauticus-Präsidenten angemeldet wurde! Es ist für mich erstaunlich zu
sehen, dass offenbar inzwischen auch neben den offiziellen Regeln (NAVIGA- und
nauticus) auch die Matysik-Bedarfsregeln diese deckeln. Hier wird doch
der Eid der Wettbewerbsteilnehmer und Schiedsrichter zur Farce abgestempelt!
Da dieses von unserem Clubkollegen Dirk Hamann angesprochen wurde, überprüfte
der Landesgruppengeschäftsführer Nord Uwe Jancke den Modellmeßbrief und
musste feststellen, es war ein neuer Modellmeßbrief mit nur einer
Eintragung der Landesgruppe Nord vorhanden. Ich möchte wirklich nicht die
entsprechende Regeln für einen erneuten Modellmessbrief herunterbeten, ich
denke, die sollte jeder Funktionär zumindest nachlesen können. Schon bei der
Eintragung auf der Gruppenmeisterschaft hätte dieses auffallen müssen, oder
ist das Modell nicht bekannt? Bei der Registrierung zur C-Weltmeisterschaft
wurde es natürlich auch nicht bemerkt, dass weder der Modellmeßbrief
unterschrieben noch entsprechend abgestempelt war! Ich frage mich, was darf
eigentlich noch alles passieren, bis unsere Funktionäre endlich die geltenden
Regeln lernen, begreifen und umsetzen. Ich stelle fest, dass unser ehemals so
herrlicher, auch ernsthafter Modellbau allmählich in die Lächerlichkeit
abrutscht! Ich denke, das hat unser Hobby nun wirklich nicht verdient! Mir als
Nominierten und Sportler wäre es peinlich solch eine errungene Medaille
anzunehmen! Zumal, wenn ich darauf aufmerksam gemacht worden bin! Ich möchte
nicht wissen, wie speziell unsere scheinheiligen moralistischen Funktionäre
reagiert hätten, wenn ein Hamburger Clubangehöriger diese Unsportlichkeit
begangen hätte? Ganz sicher wäre er disqualifiziert und mit einer so genannten
Verbandssperre belegt und die Medaille aberkannt worden. Gespannt bin ich auf
jeden Fall, ob nun ganz konsequente Verbandssperren gegen H.-J. Bornholdt und D.
Matysik ausgesprochen werden und für wie lange? Haben doch gerade in der
Vergangenheit unsere Verbandsfunktionäre mit scheinheiligen Beteuerungen bis
hin zu Verleugnungen, Sperren verhängt! Da alle anwesenden, zuständigen
NAVIGA- und nauticus-Funktionäre, davon Kenntnis bekamen, bin ich auf deren
Reaktionen gespannt. Immerhin geht es hier um den Betrug der übrigen
Wettbewerbsteilnehmer, einen gefälschten Messbrief und nicht berechtigte
Nachnominierung durch den nauticus-Präsidenten! Dass der nauticus-Präsident ja
sogar auf internationaler Ebene als Schiedsrichter eingesetzt ist, macht das
Ganze nur noch schlimmer, zeigt sich doch hier seine ganze Sportlichkeit! Die C 3a/b/c/d -Klassen (Schnittmodelle,
Anlagen usw....) war mit 45 Modellen die stärkste Klasse. Da diese Klasse aber
in vier Untergruppen aufgeteilt ist, wussten doch einige Besucher bzw.
Teilnehmer bei dem ganzen Klassensalat gar nicht mehr, wer wo einzuordnen ist.
In dieser Gruppe zählten in meinen Augen das chinesische Modell BEIDOU, ein
Fischereifahrzeug. Da ich dieses Modell schon sehr lange kenne, würde ich zu
gerne alle Modellmessbriefe dieses Modells einsehen. Die von G. Pflaum gebaute
Fregatte der VIII LA RENOMMEE sowie Paul Chaud aus Frankreich mit seiner
PROVENZALE DE NOGSCE neben einigen anderen Modellen zu den absoluten Highlights
dieser Klassen. Das deutsche Team hat in dieser Kl. 2x Gold- sowie 3x
Silbermedaillen gewonnen.
Die C 4a/b/c/d -Klassen (Modelle kleiner als
1:250 im Maßstab) brachte mit 30 Modellen mit zum Teil hervorragender Qualität,
etliche neue Modelle in dieser Klasse ein. Leider auch hier wieder der
Klassensalat, so dass am Ende fast jeder wieder mit einer Medaille nach Hause
ging! Hier war eine sehr sauber gebaute Flotte aus dem osteuropäischen
Raum zu verzeichnen, die, wenn ich so diese Liste anschaue, auch mindestens so
gerecht eingestuft wurde! Der polnische Modellbauer G. Terpinski stach hier
besonders in den Klassen mit dem Flugzeugträger VICTORIOUS und dem Landungsboot
NORMANDIE VI. 1944 hervor. Die chinesischen Modellbauer räumten natürlich auch
hier wieder ganz entscheidend ab. Unsere deutsche Mannschaft musste sich hier
mit 3 Silbermedaillen zufrieden geben. Die C 5-Klasse (Buddelschiffe) mit 11 Modellen, wurde durch 7 chinesische Modelle, 3 französische sowie ein ukrainisches Modell bestückt. Dass die ersten 7 Plätze natürlich von den Chinesen belegt wurden, ist ja schon selbstverständlich. Ich muss allerdings auch sagen: zu Recht! Egal, wo diese Modelle entstanden sind, sie sind einfach eine Augenweide! Da die Buddeln sehr dünnwandig und ganz klar sind, konnte man die fantastische Ausführung der Modelle sehr genau erkennen. Ich glaube hier wurden Meilensteine gesetzt!
Die C 7a/b - Klassen (Papierbogen) mit 30
Modellen bestückt, ist ja eine besondere Klasse! Wird hier doch dem Modellbauer
jegliche Vorarbeit, Pläne besorgen, Baumaterialfragen und Farbanstriche,
erspart. Da inzwischen verschiedene Hersteller mit sehr präzisen Modellbaubogen
auf dem Markt angetreten sind, kann man hier sogar mit sehr geringen Geldmitteln
(ca. 30 - 50 €) hervorragende Schiffe erwerben. Es soll auf keinen Fall heißen,
dass ich diese hier ausgestellten Modelle nicht anerkenne oder gar bewundere, in
meinen Augen hat das aber recht wenig mit Modellbau zu tun! Diese Modelle haben
wir früher in unserer Kindheit gebaut, zwar nicht mit der heutigen Ausführung,
aber sicherlich in gleicher Bauzeit. Das erforderliche mittelmäßige Geschick
ist lediglich, sauber anzureißen, knicken, kleben und wie jetzt ja erlaubt, Ätzteile
aufzubringen! Das gleiche gilt natürlich auch für die C 6 - Klasse! Aber wie
gesagt, die Geschmäcker sind verschieden, und jeder sollte das bauen, wozu er
Lust hat. Der Fehler liegt ganz allein in der Zulassung dieser Klassen!
Irgendwann müssen wir ja wohl auch mit den PLAYMOBIL- und LEGOSTEIN-Klassen
rechnen, nach dem Motto, die Spielzeugecke für Bauprüfer ist eröffnet! Der
ernsthafte Modellbauer fragt sich doch, warum soll ich ein Großmodell bauen mit
4 000 oder 6 000 Hobbystunden Bauzeit, wenn ein anderer Modellbauer ohne Aufwand
innerhalb von 4 Wochen ein Buddel-, Plastik- oder Papierschiffchen zusammenbaut
und eine gleichwertige Medaille bekommt? Das hat nichts mit den zum Teil
fantastischen Papiermodellen zu tun, die hier ausgestellt waren. Diese Fragen
werden aber immer wieder, nicht nur von den Modellbauern (hinter vorgehaltener
Hand) und den Zuschauern aufgeworfen. Die deutsche Mannschaft hat hier folgende
Medaillen errungen: 3x Gold-, 2x Bronzemedaillen sowie die beiden letzten
Klassenplätze. Im Laufe meiner Gespräche hörte ich immer
wieder, dass die Veranstaltung einfach zu lange dauert! Dass den
Wettbewerbsteilnehmern die Dauer vom 13. bis 20. Juli zu lang erschien, ist zwar
verständlich, aber er sollte auch daran denken, dass irgendwie die Kosten für
ein sich zu Verfügung stellendes Center rechenbar sein müssen. Natürlich wären
entsprechende Ausstellungsräume besser, aber auch hier spielte der Geldgeber
die entscheidende Rolle. Auf anderen Veranstaltungen wurden solche langen
Wettbewerbe mit Besichtigungen oder Busfahrten für die gesamten Teilnehmer
angenehm entspannt, mussten natürlich immer selbst bezahlt werden. Als sehr gelungen habe ich die Vitrinen mit
den Dekorationen empfunden. Ich denke hier wurde ein horrender finanzieller
Aufwand betrieben, um die insgesamt 214 ausgestellten Modelle vor Beschädigungen
zu schützen, glaube jedoch auch, der Teilnehmer hat es wohlwollend zur Kenntnis
genommen. Mir als neugieriger und kritischer Besucher
bleibt in sofern nur übrig, dem HSMB mit seinen Mannen herzlich zu dieser
Leistung zu gratulieren! Dem Dachverband "nauticus" muss ich
allerdings wieder einmal bescheinigen, von den vorhandenen Möglichkeiten
keinen Gebrauch gemacht zu haben! Meine persönliche Einstellung zu solchen Veranstaltungen hat sich nach dem Besuch dieses Wettbewerbs nur noch gefestigt. Da weder auf der Verbandsebene noch international eine Verbesserung erkennbar ist, werde ich mir für die Zukunft solche Besuche sehr genau überlegen. Konnte man früher auf den WM´s noch das eine oder andere neue Modell sehen und davon lernen, waren hier, bis auf wenige Ausnahmen, fast nur alte, in die Jahre gekommene Modelle zu sehen! Wohlgemerkt, ich spreche hier von der für mich interessantesten C 2 - Klasse. Dass die Feststellung, immerhin von dem mehrfachen Weltmeister Dirk Hamann angedeutet, "hier ist nur die B-Auswahl der nauticus-Modelle in der C 2 -Klasse angetreten", weh tun kann, ist verständlich, leider aber auch aus meiner Sicht nicht von der Hand zu weisen. Die Ursachen sind ja bekannt! Da die hier angesprochenen Verhaltensmuster
bei den Schiedsrichtern und Teilnehmern
immer häufiger auftreten, sollte doch für die Zukunft auf eine Vereidigung der
Schiedsrichter und Teilnehmer verzichtet werden. Nicht nur in meinen Augen ist
die Zeremonie inzwischen zur Farce verkommen! Dass nicht jeder Leser des Artikels und
Besucher des C-Weltwettbewerbs mit mir einer Meinung sein wird, ist durchaus
denkbar. Wenn aber Kritik, dann bitte nicht hysterisch, sondern klar und
deutlich mit belegbaren Argumenten. |
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Hans-Jürgen Mottschall |
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EUROPAMEISTERSCHAFT
NS am 25.-29.08.2000 in Bakov (CZ) |
| Da sich aus finanziellen und vielen anderen Gründen recht wenig „nauticus-Mitglieder“ zur EM anmeldeten, wurde ich auf eigenen Wunsch vom deutschen Dachverband „nauticus“ zur EM nominiert. Eine Nominierung beinhaltet für mich als Verbandsmitglied folgendes: |
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10 Dollar Bearbeitungsgebühr an den „nauticus auf ein Dollarkonto |
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des „nauticus“ (hätte 28,- DM Überweisung auf meiner Bank gekostet!!) |
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30 Dollar Startgebühr (wurde von 10 auf 15 Dollar pro Modell angehoben) |
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300,- DM für ca. 1 400 Km PKW-Kosten |
| 360,- DM Hotelkosten (bei Anmeldung über den Verband wären es 6 x 55 Dollar) |
| Dazu natürlich das Risiko der Modelltransporte während der An- u. Abfahrt |
Für mich auch eine stolze Summe, wenn man bedenkt, es ist nur Hobby! Besonders ärgerlich ist allerdings, dass neuerdings vom deutschen Dachverband, der weder eine Startgebühr für den Teilnehmer wie vor einigen Jahren üblich, noch sonst etwas regelt, Bearbeitungsgebühren fordert. Die Frage muss erlaubt sein, gehen alle Verbände so mit ihren Mitgliedern um? Trotz einiger unverständlicher Ereignisse beschlossen wir Hamburger, Dirk Hamann, Bernd Heinke und ich, das Risiko dort einzugehen. Eines möchte ich jedoch klar und deutlich aussprechen. Hätte ich im Vorwege gewusst wie gering die Beteiligung an dieser sog. EM ist, wäre ich nicht dort hingefahren! Rechtzeitig am Donnerstag, den 24.09.00 fuhren wir Hamburger los und trafen nach reibungslosen Grenzüberschreitungen gegen Abend in Babov ein. Bakov ist ein kleiner Ort ca. 20 Km von Prag entfernt. Die Örtlichkeiten kannten wir ja schon von der WM 97. Im Hotel, dass wir ja wohlweislich selbst bestellt hatten, bezogen wir nun unsere Zimmer und konnten ohne Hast zur Registrierung auf das Wettkampfgelände fahren. Die Formalitäten waren sehr schnell und zügig erledigt. Die Besichtigung der Wettkampfstätten brachte wieder genau das zu Tage, was wir ja schon einmal erlebten, keine Tische, um die Modelle an der Startstelle hinzustellen. Keinen Sonnen- bzw. Regenschutz der Modelle. Nicht nur in meinen Augen eine Nichtachtung der bisher erbrachten Modellbauleistung! Im Laufe des Abends trafen wir nun auf alte Freunde, auf die Frage wo ist der und der Bekannte, bekamen wir zu hören; kann nicht kommen zu teuer oder kein Urlaub bekommen. Festzustellen ist einfach, die Gelder für unser Hobby sind nicht mehr im Übermaß vorhanden, geschweige dann der Urlaub. Auch die ehemaligen nationalen Verbände des Ostens leiden unter dieser Geldknappheit. Am Freitag, den 25.09.00 um 10.00 h wurde die I. EM-NAVIGA-NS eröffnet. Was sich ja schon im Vorwege abzeichnete wurde jetzt bestätigt, aus ganzen 6 (sechs) Nationen mit ca. 90 Teilnehmer in 7 NS-Kl. und 2 DS u. NSS Kl. waren mit 115 Starts (einige traten in mehren Kl. an) vertreten. Es war ein doch recht kleiner Haufen, der hier antrat. Die Frage muss ganz einfach sein; wo waren die anderen Nationen wie: Niederlande, Dänemark, Frankreich, England, Italien usw.? Unter einer EM verstehe ich etwas ganz anderes. Angetreten waren die Nationen: BLR, CZ, RU, PL, UKR, und D. Die Frage, wieso der mächtige Dachverband „nauticus“ von den möglichen 35 Seniorenstartmöglichkeiten nur 14 belegte, konnte mir keiner beantworten. Die Hamburger belegten allein in den Kl. schon 6 Startplätze. Offensichtlich sollte man einmal auf Verbandsebene doch den Kontakt zur Basis aufnehmen und nicht nur Funktionäre befragen, die sowieso keine Modelle haben. Hoffentlich ist der Zeitpunkt dazu nicht vielleicht sogar schon verpasst! Das die Juniorenklassen auch im Ostblock nicht mehr besetzt sind, darf jedoch nicht überbewertet werden. Auch hier glänzte unser Dachverband durch Abwesenheit.
Pünktlich zur vorgegebenen Zeit wurden die Startstellen besetzt und die I. EM fing mit den Läufen der Kl. –F 4a – Sen. an. Dirk Hamann, unser einziger deutscher Starter in den – F 4 – Kl. legte auch sofort in gewohnter Manier mit einem 100 Pkt.-Lauf los. Von den 11 Teilnehmern aus 5 Nationen fuhren jetzt noch zwei Teilnehmer jeweils 100 Pkt. Der Anfang war also gemacht! Der 2. Lauf am Sonnabend ergab wieder bei Roman Brychta und D. Hamann jeweils 98 Pkt. Im 3. Lauf am Sonntag fuhren die gleichen Wettstreiter wieder jeweils 100 Pkt. Jetzt, aber auch erst nach dem zweiten Stechen, konnte sich Dirk Hamann endgültig an die Spitze setzen und war damit EUROPAMEISTER! Wir haben uns jedoch gefragt; wo sind eigentlich die übrigen deutschen – F 4 – Fahrer? Hat sich nicht gerade der deutsche Dachverband entgegen besserem Wissen vehement dafür eingesetzt, dass diese Klassen international gefahren werden! Dirk Hamann wäre als klassischer – F 2 – Fahrer niemals allein wegen dieser Kl. angetreten, es bot sich zufällig an. Danach folgten die Junioren der Kl. – F 4a – auch mit 11 Teilnehmern. Da zwei der Teilnehmer die gleiche Punktzahlen in den Läufen fuhren, musste auch in dieser Kl. durch ein Stechen zwischen Lukasz Struk (PL) und Jan Urbansky (CZ) der Sieger ermittelt werden. Es war eine Freude, dem polnischen jugendlichen Sieger bei der Ehrung zu erleben! Zeitgleich zu den Läufen fanden die ersten Bau- und Sichtprüfungen in einigen Kl. statt. Da wir schon neugierig auf den einen oder anderen Werter waren, spionierten wir doch hier ein bisschen, um für den folgenden Tag vorbereitet zu sein. Während die 12 Junioren aus 5 Nationen der Kl. – F 2a – ihren ersten Lauf an der Startstelle 1 fuhren, wurden die Bauprüfungen der Kl. –F 2a – und – F 4b – Senioren vorgenommen. Meine Bauwertung der "MAERSK MASTER“ dauerte ganze 5 Minuten, mit 97 Baupunkten am Ende musste ich zufrieden sein. Ich belegte zwar damit den ersten Platz, befriedigend war diese Wertung auf keinen Fall, sind doch gar in der Einzelwertung von 2 Bauprüfern, von denen ich bisher noch nie ein – F 2 – Schiff gesehen hatte, sage und schreibe nur 95 Baupunkte zusammen gekommen. Dirk Hamanns „BORRE“ erwischte es sogar noch mit einer 92er Wertung. Was allerdings die Bauprüfer bei der Bewertung des Modells „ADMIRAL USCHAKOV“ vom Vadim Repchik (BLR) wundervolles erkannt haben wollten, wird sicherlich ein ganz großes Geheimnis dieser EM bleiben. Mit 96,67 Baupunkten kam diese Modell doch glatt auf den 3. Platz!!
Die „STÖRTEBECKER“ von Hubert Wagner mit 90,67 Baupkt. gefolgt von der „MIDGARD III“ von Harry Kress mit 90.33 Baupkt., konnten noch zufrieden sein. Was die Fachleute der Jury allerdings mit Bernd Heinkes Schlepper „GARANT“ verzapften, ist nur noch als peinlich zu bezeichnen, ganze 84,67 Baupkt. kamen hier zusammen. Obendrein erklärte man dem armen Bernd sogar noch, er habe seine Originalzeichnung gefälscht und ein Bugstrahlpropeller eingezeichnet. Diese Erkenntnis zog man aus einem beigelegten Foto des Originalschiffes (über 20 Jahre alt) da fehle das Zeichen für diesen Propeller. Es half auch nichts, das ein jugendlicher Teilnehmer mit einem inzwischen käuflichen Plan diesen Bugpropeller nochmals belegte! Hier, sowie in den anderen Kl. kam mehr als deutlich heraus, mehr als die Hälfte der Bauprüfer sind einfach überfordert, um in den Bauklassen eine Wertung vorzunehmen. Dieses Phänomen, international wie national, habe nicht nur ich seit einiger Zeit erkannt. Die Frage muss allerdings sein, wie kann es angehen, dass Bauprüfer eingesetzt werden, die weder jemals selbst ein Schiff in diesen Kl. gebaut haben oder sogar nur einen Baukasten der Klassen – F 4 – halbwegs fertig stellten. Wenn dann allerdings obendrein noch nicht einmal die Regeln wie: Ausführung (50 PKT.), Eindruck (10 PKT.), Umfang der Gesamtarbeit (20 Pkt.) und die Übereinstimmung mit den Bauunterlagen (20 Pkt.), beherrscht werden, kommen diese Ergebnisse ganz normal zustande. Diese erschreckende Erkenntnis bewog mich ja schon dazu, die DM 2000 nicht mehr zu besuchen. Die Bauwertungen sind inzwischen Dank der heutigen Bauprüfer ein reines Lotteriespiel geworden! War es vor einigen Jahren noch so, dass ein evtl. blinder Bauprüfer von den übrigen 4 getragen wurde, ist es heute genau umgekehrt. Leider zeigte sich auch immer mehr bei einigen Experten statt Sachverstand nur übersteigertes Geltungsgefühl. Sollte ich jetzt versehentlich einem guten Bauprüfer weh tun, möchte ich mich selbstverständlich entschuldigen! Ab 13.00 h gingen wir, die Kl. – F 2a – endlich an den Start. Wir 11 Teilnehmer aus drei Nationen fuhren alle ohne Ausnahme keine guten Läufe. Gerade die Startstelle I. war während des gesamten Wettbewerbs durch einfallende Winde behindert. Spätestens im Dockmanöver spielten auch vermeintliche fahrstabile Schiffe verrückt. Ein Trost war allerdings, es hatten alle Starter die gleichen Schwierigkeiten. Hofften wir doch alle den einen oder anderen Punkt durch einigermaßen Fahren herein zu holen, mussten wir am Ende feststellen, auch in den folgenden Durchgängen brachten wir auf dem Wasser nichts zustande. Da D. Hamann einen Fahrfehler weniger fabrizierte, belegte er vor mir den 1. Platz und bekam somit einen weiteren EUROPAMEISTERTITEL. Dazu auch von dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Glückwunsch. Unser großer Pechvogel allerdings in dieser Kl. war B. Heinke. Im I. Lauf fiel der Sender durch Batteriezusammenbruch aus. In den übrigen Läufen klappte bei dem sonst sehr sicher fahrenden Bernd leider auch nicht allzu viel. Unter dem Strich können, speziell wir Hamburger, jedoch mit dem Abschneiden in dieser Kl. recht zufrieden sein! Rechtzeitig hatte ich meinen – F 2a - Lauf beenden können, so dass ich zur Bauwertung der „ODEN“ in der Kl. – F 2b – kommen konnte. Da wir ja inzwischen auch die übrigen Mitstreiter dieser Kl. kannten, waren wir guter Dinge. Die angetretenen 14 Teilnehmer aus 4 Nationen brachten zum Teil schon bekannte Modelle mit. Meine Bauprüfung betrug auch hier wieder nur 6 Minuten. Jetzt kann man natürlich streiten ob das gut ist oder nicht, ich war auf jeden Fall überhaupt nicht mit meinen 97 Baupunkten für ca. 5 000 Hobbystunden in sechs Jahren aufgewendet, zufrieden! Selbst bei sog. Experten sollte diese Wertung sauer aufstoßen. Aufgrund dieser unmöglichen Schiedsrichterleistung setzte sich bei mir i. L. des Wettbewerbs die Erkenntnis durch, diese inzwischen immer schlimmeren Auswüchse und Selbstdarstellungen der sog. Bauprüferexperten nicht mehr mitzumachen. Mein Modell war fertig gebaut und in allen Details, belegbar. In meiner schon geäußerten Meinung wurde ich auch hier bestätigt. Erlebte ich auch hier wieder, wie ältere Modelle in den Punkten angehoben wurden und nicht vollendete Schiffe bewertet wurden. Das kleine Einmaleins der Bauprüfer wurde auch hier nicht angewandt. Fehlende Schlingerleisten, Ahmings, Plimsollmarken oder Opferanoden, ein unbedingtes Muss an Modellen die hohe Wertungen beanspruchen, fielen ebenso wenig ins Gewicht wie fehlende Hydraulikleitungen, Rettungsbooteinrichtungen! Offensichtlich waren auch hier wieder einige Bauprüfer total überfordert. Peter Sager mit seinem russ. Versorger „KIL 926“ belegte vor mir mit 98,67 Baupunkten den 1. Platz. Die „DUILIO“ einem ita. Kreuzer von Arnold Pfeifer folgte mit 96,33 Baupkt. Hubert Wagner, unser Mannschaftsleiter, folgte mit der „STOLTERA“, ein Seenotkreuzer der ehemaligen DDR bekam noch 89,33 Baupkt. und Peter Engel erreichte mit seinem Feuerlöschboot 84,67 Baupkt. Auch hier mussten die Fahrpunkte entscheiden.
Am Sonntagmorgen fuhr dann diese Kl. ihren ersten Lauf. Dank des starken Windes schaffte keiner außer H. Wagner, der auch noch als letzter fuhr 100 Fahrpkt. Alle sog. Profis versiebten ihren 1. Lauf. Der 2. Lauf am Montagmorgen brachte endlich für P. Sager mit 100 Fahrpkt. und A. Pfeifer mit 98 Pkt., den ersehnten Vorsprung, Ich bekam meine „ODEN“ offensichtlich nicht in den Griff und fuhr wieder nur 89 Pkt. Der 3. Lauf am Nachmittag auf der Startstelle 2 brachte wieder nichts ein. Hier, während meines Laufes, beschloß ich auch endgültig an weiteren Veralberungen auf den Wettbewerben, nicht mehr meine kostbare Zeit und Geld zu verschwenden! Nicht ein einziger 100er Lauf wurde gefahren. Am Ende des Durchgangs stand Peter Sager als EUROPAMEISTER fest. A. Pfeifer folgte auf dem 2. Pl. und Alexandr Maximov (RU) erreichte noch die Bronzemedaille. H. Wagner belegte den undank-baren 4. Pl.. Meine „ODEN“ folgte auf Platz 5. ich glaube, das ist meine schlechteste Platzierung auf einem int. Wettbewerb. Das ist unter Wettbewerbsbedingungen (schlechtes Fahren) durchaus einmal möglich, zumal es ja noch schlimmer hätte kommen können!
Die Kl. – F 2c – mit 9 Teilnehmern, wurde durch Peter Sager mit seiner „SCHARNHORST“ klar beherrscht. Belegte er doch mit über 7 Baupunkten Vorsprung einen sicheren 1. Platz. Selbst einige Patzer beim Fahren konnten ihn nicht gefährden. Schon nach den beiden ersten Läufen stand er als EUROPAMEISTER fest. Ab 3. Pl. wurde eigentlich noch richtig um die Platzierungen gekämpft. Alexander Kokarovtzev (BLR) belegte Pl. 2. und Kostyantin Tkackov folgte auf Pl. 3.
In der Kl. – F 4b – bekam Dirk Hamann Dank seiner besseren Bauwertung und den ersten beiden 100er Läufen den 3. EUROPAMEISTERTITEL. Mit insgesamt 3 Titeln war er auch somit der erfolgreichste Teilnehmer dieser EM. Das wir Hamburger darauf besonders stolz sind, brauche ich ja wohl nicht extra betonen! Leider war D. Hamann auch hier wieder der einzige deutsche Teilnehmer. In dieser Kl. waren vorzugsweise mehr Plastikmodelle als herkömmlich gebaute Modellschiffe zu sehen. Von den 10 angetretenen Teilnehmern aus vier Nationen, waren 6 Plastikbausätze. Diesen Wettbewerb nutzten wir Hamburger auch, um einige Gespräche mit unserem Vizepräsidenten Herbert Kazmierzak zu führen. Frage zu den neuen Regeln, von denen wir ja vage etwas hörten, waren das Thema. Hier bekamen wir dann zu hören,; es wurden schon neue Regeln verabschiedet, die jetzt in nächster Zeit eingeführt werden sollen. Auf unsere Frage; wer hat denn diese neuen Regeln gefordert, bekamen wir zu hören; die TK-Leute des „nauticus“ hätten sich umgehört. Da wir uns auf dieser EM im Vorwege bei den Teilnehmern erkundigt hatten und zu hören bekamen, dass keiner eine Regeländerung wollte, fragten wir noch einmal nach. Es gab keine befriedigende Antwort! Leider ist ja auch zwischenzeitlich ein Umfragebogen von Dirk Hamann von aktive Modellbauern und Wettbewerbsteilnehmern beantwortet, von den „nauticus-Funktionären“ zu den Akten gelegt worden, angeblich gab es eine neuere Umfrage mit besseren Ergebnissen! Leider wusste von den Aktiven keiner etwas davon. Da ganz offensichtlich an den wenigen Aktiven (zu den teuren WMs und EMs fahrenden Teilnehmern) vorbei wieder mal neue Regeln geschaffen wurden, beschloss ich endgültig, da ich auch in keiner Weise masochistisch veranlagt bin, diese Veralberung einfach nicht mehr mitzumachen! Was mich zur Weißglut treibt sind immer wieder Menschen, die ihr Ehrenamt missbrauchen, weil sie nur Funktionäre um ihrer selbst willen sein wollen. Die eitel, unkritisch und ohne vernünftige Ideen dem eigentlichen alles selbstzahlenden Modellbauer / Wettbewerbsteilnehmer, durch einfältige Regeländerungen die Freude am Modellbau vermiesen! Da ich aufgrund meiner Aktivitäten keine Gelegenheit hatte, der 1 (einen) – F 6 – Mannschaft und bei den 4 (vier) – F 7 – Leuten anwesend zu sein, kann ich leider nichts zu diesen Kl. sagen. Die Party am Sonnabend fing zwar etwas zögerlich an, hatte dann jedoch einen längeren Abend bzw. frühen Morgen für einige Teilnehmer. Solche Abende sind ideal um Kontakte neu zu festigen bzw. neu zu knüpfen. Das hier sogar die Getränke kostenlos waren, übte sicherlich für den einen oder anderen Teilnehmer seinen Reiz aus. Wir, die wir ins Hotel fahren mussten, brachen gegen Mitternacht auf, zumal wir ja auch einen klaren Kopf für die anstehenden Läufe haben wollten. Diese Einlage war eine tolle Idee des Veranstalters. Am Sonntag gegen 21.00 h fand eine Nachtregatta statt, waren sonst die Startstellen nur mit wenigen Besuchern belagert, kamen hier doch etliche Neugierige mehr. Es war schon spannend zu sehen, wie die beleuchteten Modellschiffe den mit aufgesteckten Lichtern versehenen Bojenkurs bewältigten. Einen besonderen Eindruck hinterließen auf jeden Fall die Dampfschiffe die gerade bei den Lichtverhältnissen eine Show für sich boten! Hier verspürte jeder Besucher und Teilnehmer echte Atmosphäre! Eine Einlage die nachahmenswert ist. Durch die wenigen Teilnehmer konnten die Wettkämpfe schon am Montag beendet werden. Die Siegerehrung fand am Dienstag ab 08.30 h statt. Es war trotz manchem Ärger über die Bauprüfung und an den Startstellen doch eine ruhige Veranstaltung mit einer würdigen Siegerehrung. Allen Teilnehmern wünsche ich hier noch einmal alles Gute für die Zukunft! Da dieses mein letzter sog. Wettbewerb als Modellbauer war, werde ich, so leid es mir tut, den einen oder anderen guten Freund oder Bekannten nicht mehr sehen. Das musste ich leider auch dem Vertreter der NAVIGA Jerzy Litwin bei seiner Einladung für mich zur nächsten Weltmeisterschaft 2001 in Ilawa (Polen) sagen! Das mir dieser Entschluss nicht leicht viel, kann hoffe ich jeder aktive Modellbauer nachvollziehen! Im Lauf der Zeit haben sich doch viele Freundschaften entwickelt, die hoffentlich weiterhin bestand haben. Sicherlich wird dieser Bericht nicht allen Lesern gefallen, ich möchte aber betonen, es wurden Tatsachen und Fakten aufgezählt, die jederzeit von den vor Ort gewesenen Teilnehmern bestätigt werden können. |
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H.-Jürgen Mottschall |
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XI.
NS.-Weltmeisterschaft vom 26.08. -1.09.99 in Halle (Saale) |
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Kurzfristig,
wegen Ausfall des Schweizer Verbandes (Stadt Sion), mußte die NAVIGA reagieren
und konnte dem sich bewerbenden Deutschen Dachverband „nauticus“ den
Zuschlag zu dieser WM-NS übertragen. Da der „nauticus“ sowieso das 40-jährige
Jubiläum feierte, bot sich diese Veranstaltung geradezu an.
Als
wir das erste Mal von Halle hörten, erinnerte sich doch der eine oder andere,
der an der DM-1994 in Merseburg teilgenommen hatte, an die schlechte
Organisation bzw. den Verlauf. Hier möchte ich jedoch im Vorwege sagen: Es hat hervorragend
in der Organisation geklappt, alle nötigen Informationen kamen
rechtzeitig an. Rechtzeitig
am 25.08. fuhr ich in einer guten 5 Stundenfahrt nach Halle, bezog im Hotel
„Eigen“ mein Zimmer und hatte nun viel Zeit, die Wettkampfanlagen zu
inspizieren. Auf dem Gelände traf ich schon erste Teilnehmer und einige fleißige
„Bienen“, die den Startanlagen den letzten Schliff gaben. Insgesamt drei
Startstellen waren vorbereitet, die, und das sahen wir sofort, bei ungünstigen
Winden problematisch werden konnten. Im Verlaufe des Wettbewerbs mußten die
Teilnehmer diese Winde und dadurch für die kleinen Modelle extrem großen
Wellen erleben. Leider gab es auf dieser WM einige Modelluntergänge, die und
das sollte auch nicht verschwiegen werden, durch Schiffs-
und modellbauliche Fehler
verursacht wurden.
Am
Donnerstag den 26.08. erfolgte die Registrierung der Modelle. Da hier der
gesamte Tag zur Verfügung stand, zog sich natürlich das ganze in die Länge.
Ich denke auch, daß aufgrund vergangener WM’s endlich auch eine Senderüberprüfung
vorgenommen wurde. Bei diesen Überprüfungen kamen auch tatsächlich Anlagen
zum Vorschein, die erhebliche Streuungen oder ganz andere Quarze eingebaut
hatten. Die eigentliche Registrierung ging innerhalb von Minuten zügig
vonstatten. Bei der Registrierung stellte sich dann auch unser Mannschaftsleiter
Herr Erich Walber (Gruppengeschäftsführer WEST) vor.
Nach
einer kurzen und knappen Eröffnungszeremonie, bei der ich allerdings den Eid
der Schiedsrichter und der Teilnehmer vermißte, begann die Weltmeisterschaft
sofort mit den Bauwertungen in der Kl. – F2a / F 4b - und der Fahrwettbewerb
der Kl. –F 4a -.
Die
Bauwertung in meiner Kl. – F2a – brachte keine allzu großen Überraschungen.
D. Hamann belegte mit 99,33 vor mir mit 97,67 Baupkt. den ersten Platz. Grundsätzlich
muß ich jedoch sagen: Aus der Sicht jedes einzelnen Betroffenen wird es immer
wieder Bedenken oder Neid gegen vermeintlich zu hohe Baupkt. oder gar
Benachteiligungen geben. Persönlich würde ich mir wünschen, daß nur Bauprüfer
eingesetzt werden, die selbst schon einmal in diesen Klassen gebaut haben. Wie
sonst sollte er ermessen können, wie schwer oder gar fast unmöglich es ist,
das eine oder andere Bauteil zu fertigen. Nach der Bauprüfung konnte also am
Sonnabend endlich der erste Lauf für uns beginnen. Hatten
wir in den ersten Tagen noch ruhiges Wetter, sprich glattes Wasser an den
Startstellen gehabt, zeigte sich jetzt ein für unsere Modellschiffchen geradezu
gewaltiger Wellengang. Leider bekam jetzt doch manches Modell erhebliche
Schwierigkeiten auf dem Wasser. Meine "MÆRSK
MASTER" kam mit ca. 1,5 l.
Wasser im Schiff noch gerade zu Steg, wo dann kurz vor dem Eindocken durch
Ausfall der Elektronik mein gesamtes Dockmanöver (10 Pkt.) mißglückte. Ein
einziges Schiff fuhr im ersten Durchgang volle 100 Pkt. Allein an diesem Tage
hatten wir schon drei Schiffsuntergänge! Da wir immer optimistisch sind
hakten wir diesen Wettbewerbstag schnell ab! Alle übrigen Klassen hatten die
gleichen Schwierigkeiten bei ihren Läufen. Für mich hieß es vor allen Dingen,
mein Schiff trocken zu legen. Meine gesamte Elektronik mußte
auseinandergenommen, mit dem Föhn getrocknet und wieder zusammengesetzt werden.
Dadurch, daß ich die Elektronikplatinen mit einem Schutzlack überzogen habe,
kann, wenn ich sofort mit dem Trocknen beginne, kein größerer Schaden
auftreten.
Am
Sonnabend gab es ein gutes und reichhaltiges Festbankett. Gab es in der
Vergangenheit oft zu wenig zu
Essen, möchte ich hier darauf hinweisen, es war reichlich, wobei noch gesagt
werden muß, es flossen sogar einige Liter
Freibier.
Das
Besondere des Banketts ist, sich entspannter unterhalten zu können und vor
allen Dingen neue Freundschaften zu gewinnen bzw. alte zu festigen. Persönlich
denke ich nicht sosehr an das eigentliche Fahren einer Meisterschaft, sondern
mehr an Erfahrungsaustausch bzw. kennenlernen anderer Menschen. Um 1.00 h räumte
ich das Feld um am nächsten Tag wieder einen klaren Kopf zu haben.
Am
Sonntag fuhren wir mit der Straßenbahn in die Stadt um uns auf der Ziegelwiese
die dortigen Festlichkeiten anläßlich des traditionellen Laternenfestes in
Halle sowie das Schiffsmodellschaufahren anzusehen. Wir hatten einen herrlichen
Sonntag mit recht viel Spaß, wobei wir auch nicht vergaßen mit der Bimmelbahn
eine ca. zehnminütigen Fahrt zu genießen.
Ein
großes Unverständnis war allerdings, warum wir am Sonntag nicht an den
Startstellen mit den Schiffsmodellen üben durften. Etliche Besucher waren extra
von weit angereist um letztendlich vor leeren Wasserflächen zu stehen. Wieso
darf denn nicht nach Beendigung der Wettkämpfe oder wie in diesem Fall, einem
wettkampffreien Tag, das Schiff ausprobiert bzw. geübt werden. Der Besucher und
die übrigen Teilnehmer hätten mit Sicherheit noch mehr Spaß am Hobby. Zählen
doch gerade diese Gespräche für den Modellbauer
zu den effektivsten und wertvollsten. Ich denke, diese antiquierten Regeln
sollten sich mit gesundem Menschenverstand leicht von selbst erledigen. Vor
allen Dingen wird auch kein Funktionär gezwungen mit Disqualifikationen zu
drohen! Wie schnell Mitarbeiter, ob zu Recht oder Unrecht, disqualifiziert
werden können hat ein Mitarbeiter an der –F2-Startstelle erlebt. Leider, wie
er uns versicherte ohne ihn überhaupt angehört zu haben! Irgendwie
ist mir jedoch die Verfahrensweise bekannt. Uns, den Teilnehmern dieser
Startstelle fiel allerdings auch auf, daß sehr häufig von dem gesperrten
Herrn, Entscheidungen die vom Startstellenleiter getroffen wurden, durch
Nichtbeherrschung der Regeln in Frage gestellt wurden.
Ein Erlebnis der besonderen Art hatte ich allerdings auch.
Als ich morgens, Als Starthelfer in dieser Klasse, bewaffnet mit Foto- und Filmkamera,
an der Startstelle innerhalb der Absperrung stand, kam der Herr Dahm
(D) (Vertreter der NAVIGA) zu mir und bat mich den Bereich zu verlassen. Auch
der Hinweis, ich bin hier Starthelfer half nicht! Da ich
keine Diskussion mit diesem ach so kleingeistigen, überforderten Funktionär haben wollte, ging ich nur noch kopfschüttelnd weg. Jahrelang
haben wir uns auf den Startstellen gegenseitig unterstützt oder auch oft nur
Mut zugesprochen, neuerdings soll es eine Regel geben die dieses verbietet, Hut
ab vor so viel Aktionismus! Im Laufe der Jahre habe ich so etwas noch nicht
erlebt, solch ein Ansinnen könnte ja in den FSR-Klassen mal ausprobiert werden! Am Montag konnte nun endlich der zweite Lauf in unserer Kl. stattfinden. Endlich hatten wir das Wasser, spiegelblank und keine Strömung im Dock. Sofort wurden auch die 100-er Läufe gefahren, ich allerdings schaffte nur 94 Fahrpkt. Am Ende dieses zweiten Laufes zeigte sich noch immer keine klare Platzierung ab.
Der
dritte Lauf wurde vom Dienstag aufgrund der Wind- und Wellensituation an der
Während
des Wettbewerbs setzten wir –F2- Fahrer uns einmal zusammen, um einmal zu
erfahren, ob die schon geltenden und neu auf zu kommenden Regeln überhaupt von
uns gewünscht wurden. Leider ist dieses Treffen von unseren verantwortlichen
Funktionären offensichtlich mit großem Unverständnis und noch weniger
Sachverstand aufgefaßt worden. Das Treffen hatte uns das Ergebnis gebracht, die
Mehrheit der F2-Mannschaft wollen nicht diese neuen Regeln und stellt die Frage
warum werden Regeln gegen und
nicht für den Modellbauer,
wenn überhaupt nötig, gemacht. Wenn hier nicht bald ein Umdenken bei
unseren Fachleuten (TK-Mitglieder)
beginnt, brauchen sie bald aus Mangel an Teilnehmern keine neuen Regeln. Unseren
nauticus-Fachleuten möchte ich nur ins Buch schreiben; Der nauticus hat durch
die erfolgreichen Teilnehmer der WM`s
das hohe Ansehen und nicht durch Funktionäre
gewonnen. Wir werden jedenfalls in den nächsten Wochen bestimmte Regeländerungen
fordern!
Da ich durch private Probleme recht früh abreisen wollte, meldete ich mich im Büro ab, verabschiedete mich noch schnell von einigen Teilnehmern/Mitstreitern und fuhr Richtung Heimat. Leider brauchte ich auch für die Rückfahrt wieder mehr als fünf Stunden.
Von
meiner Seite ein herzliches DANKESCHÖN an alle, die an diesem Wettbewerb
mitgewirkt haben! |
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H-Jürgen
Mottschall |
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X. Motoren-WM in Bakov 21.-25.08.97 - |
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Als
vor vielen Monaten der Ausrichter der X. WM 1997 bekannt wurde, haben wir, die
den Ort von int. Freundschaftswettbewerb 1996 her kannten, uns gefreut. Auf
diesen bisherigen Freundschaftswettbewerben hat die Organisation ja auch fast
immer geklappt. Ca. 5 Wochen vor Beginn der WM wurde nicht nur ich so langsam unruhig, immerhin hatten wir weder eine Bestätigung der WM noch irgend welche andere Informationen. Ein Anruf in Dänemark und Holland brachte etwas Licht in das Geschehen. Beide Länder hatten 16 Seiten Infos mit dem gesamten Ablauf des Wettbewerbs, Teilnehmerzahlen der Klassen, Rahmenprogramm, und selbstverständlich auch die Anmeldebestätigung des Teilnehmers. Fragen an den zuständigen Vizepräsidenten des nauticus wurden dahingehend beantwortet; die Unterlagen sind eingetroffen und werden entsprechend kopiert und dann verschickt. Da ich bis ca. 2 Wochen vor Beginn der WM immer noch keine Unterlagen bekam, ließ ich mir diese aus Dänemark schicken, kopierte sie und verschickte sie im entsprechendem Kollegenkreis. Hatte ich bis zum Schluß noch geglaubt, daß es wie zur WM 1995, wieder nur Hamburger Teilnehmer betrifft, mußten wir nun erfahren, daß keiner der Teilnehmer eine Info. bekam. Selbst der nauticus-Mannschaftführer der X. WM fuhr ohne Unterlagen nach Bakov. Böse ist, wer böses dabei denkt! In Bakov kam dann auch heraus, die Unterlagen waren an die nauticus-Kassiererin E. Dahm geschickt worden. Da diese mit den Unterlagen nichts anfangen konnte, heftete sie die Unterlagen ab !!! Hier muß ich jetzt als Vereinsvorsitzender des SMC-Hamburg fragen; wie soll ich im Verein den Mitgliedern erzählen und weismachen wir brauchen den nauticus. Geht man so im Verband mit seinen Mitgliedern um, die sowieso schon alles aus eigener Tasche bezahlen? 2 unserer Vereinsmitglieder die an der WM 97 teilgenommen haben, treten jedenfalls zum Jahresende aus dem Verband nauticus aus. Offensichtlich wird im Verband mehr Zeit für Kulissenspiele aufgebracht als für die eigentliche Arbeit.
Am
20.08.97 um 05,45 h begann dann das
Abenteuer WM 97. Unsere Fahrt ging an Berlin vorbei Richtung Dresden, Cottbus,
Hoyerswarda, Bautzen, Grenzübergang Varnsdorf und dann nach Bakov. Am Grenzübergang
mußten wir eine vereinfachte Nämlichkeitsbescheinigung beim deutschen Zoll
ausfüllen, erst dann ließ uns der - CZ-Zoll - einfahren. Nach ca. 8 Std. und
620 gefahrenen Km trafen wir endlich auf dem Austragungsgelände
ein. Dachten wir, jetzt klappt alles wie gewohnt von den bisherigen
Wettbewerben, sahen wir uns gewaltig getäuscht. Hier war ein heilloses
Durcheinander ! Ein kleiner Tisch mit vielen Unterlagen, 2 Mann, die
wahrscheinlich zum 1. Mal solch eine wichtige Arbeit machen wollten und das dann
alles noch unter freiem Himmel in glühender Sonne. Meinen, von mir korrekt
angemeldeten Fernsteuerungsquarz akzeptierte man dann glücklicherweise, nachdem
ich darauf hinwies, daß ich keinerlei Bestätigung meiner Anmeldung besaß. Unsere Modelle, immerhin auch ein Großmodell - S.A. VAN DER STEL - von 165 cm Länge, hofften wir, wie in den entsprechenden Unterlagen versprochen, in das bereitgestellte und bewachte Zelt unterzubringen. Nachdem wir unser Hotel in Hradriste ca. 6 Km vom Gelände entfernt bezogen hatten, fuhren wir noch einmal zurück. Hier mußten wir erfahren, daß die Bewachung nicht gewährleistet ist. Auf meine Frage an die Organisation bekam ich immer wieder zu hören es wird bewacht. Kurz entschlossen nahmen wir dann um 22,00 h unsere kleineren Modelle mit ins Hotel. Kurioserweise behinderte uns keine Wache oder sonst wer beim Abtransport der Schiffe. Mein Großmodell ließ ich bis zum anderen Morgen dort stehen. Ich hatte eine sehr unruhige Nacht verbracht und nahm dann für die restlichen Tage das Modell mit ins Hotel.
Am
21.08. um 08,00 h begann der eigentliche Wettbewerb und zwar noch vor der
offiziellen Eröffnung der X. WM mit den Bauprüfungen der Kl. -F 2a /F 2b /F 4b
Jun.-. Hier waren doch kleine Wunderwerke zu sehen, allerdings muß die Frage
erlaubt sein; alles selbst gebaut? Ein ewig leidiges Thema, ein nicht leichtes
Amt für die Bauprüfer. In der - F 2a - belegten unsere 3 Teilnehmer immerhin
mit guten 80 Baupkt. beachtliche vordere Plätze. Hier gelangte Christian
Winderle durch einen 100 Pkt.-Lauf am Ende sogar auf dem 5 Platz. In der Kl. - F
2b - belegte Sebastian Ullrich mit seiner STOLTERA mit 87,67 Bau- und 92 Fahrpkt.
am Ende sogar den 1.Platz. Mathias Eisenblätter folgte auf dem 2. und Christian
Winderle rundete mit dem undankbaren 4. Platz das gute Bild aus unserer Sicht
ab. Robert Göllner mit seinem Schlepper kam dank seines 100 Pkt-Laufes noch auf
den Platz des Vizeweltmeisters während Stefan Walden auf 5. und Ingolf Warda
den 7. Platz errangen. Ein toller Erfolg unseres Nachwuchses, von hier noch
einmal - HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH - ! Um
12,00 wurde die offizielle X. WM 97 eröffnet. In 4 Sprachen zog sich natürlich
die ganze Show fast 2 Stunden hin. Mir taten nur die angetretenen Mannschaften
leid, die in sengender Sonne das Prozedere über sich ergehen lassen mußten.
Nach den Eidschwüren der Schiedsrichter und der Teilnehmer konnte nun endlich
die eigentliche WM beginnen. Ab 14,00 h erfolgte die Bauwertung der Kl. -F 4b - F 2c - in den Großzelten. Daß diese Kl. schon aufgrund ihrer Teilnehmerzahl von 18 Modellen nicht einfach werden würde, habe ich im Vorwege geahnt. Als dann aber das eine oder andere Modell ausgepackt war, habe ich mich gefragt wo ich wohl mit meiner immerhin 19 Jahre alten „S.A. VAN DER STEL „ stehen würde. Hatte ich doch dieses Modell aufgrund eines freien Platzes der deutschen Mannschaft in dieser Klasse nachmelden dürfen. Sehr schnell war zu erkennen, daß das chinesische Modell „XIANG YANG HONG N 10“ zumindest in der Bauwertung (99 Pkt.) nicht zu übertrumpfen war. Dieses Modell, ein Forschungsschiff im Maßstab 1:100 wurde in nur 3-jähriger Bauzeit vom 23-jährigen Studenten Zhiyong Zhou erbaut. Das besondere auch an diesem Modell, das gesamte Schiff ist aus Weißblech gelötet. Vor dieser Arbeit kann ich nur den Hut ziehen, egal wie es entstanden ist! Peter Sager mit seiner „Scharnhorst“ - 1:150 - folgte mit 97 Baupkt. Dann kam die große Überraschung für mich 95,33 Baupkt bekam mein Modell zusammen mit dem dänischen Kollegen Bo Morton Skov für den russ. Raketenzerstörer „Osmotritelny“ -1:100-. Die „Scharnhorst“ ist ja vielen Modellbaufreunden bekannt, war P. Sager doch Titelverteidiger in dieser Kl. - F 2c -. Während der Zerstörer bei uns in Hamburg zum Maiwettbewerb zuerst angetreten war. Dieses Schiff ist aus Polyester und verschiedenen Metallen gebaut. Die Baukommission dieser Klassen machte uns während der Prüfung das Leben recht schwer, sahen sie doch Dinge, die sie lieber nicht hätten sehen sollen. Persönlich hatte ich den Eindruck, hier waren Fachleute am Werk. Das jeder einen anderen Standpunkt hat und statt graue lieber bunte Schiffe mag, kann mit großer Sicherheit jeder auch bei sich selbst feststellen. In diesem großen Feld waren jetzt noch die „Richelieu“ (1:150) vom 2fachen Weltmeister Alexandre Evdokimov (UKR), die „HMS Rodney“ (1:133) von Jiri Spinar und die „Song of Norway“ 1:100 von Josef Slizek beide (CZ) vertreten. Die beigefügten Listen sprechen eine deutliche Sprache. Nachdem die Wertungen durch waren, konnte das große Warten anfangen, ist doch auf dieser WM der von der TK-Modell (Deutschland) in Rotterdam 1996 eingebrachte Vorschlag; erst nach Beendigung des 3. Laufes die Baupkt. bekannt zu geben, angewendet worden. Es war also Spannung angesagt zumal jeder weiß, wie gutmütig gerade diese großen Modelle auf dem Wasser bzw. im Dockmanöver zu handhaben sind.
Etwas
störend wirkte das Filmen und Fotografieren einer Vertriebsgesellschaft während
der Bauprüfung. Es bedurfte eines
energischen Aufrufs des niederländischen Bauprüfers, bis hier etwas mehr Ruhe
eintrat. Hamburger
Mitglied Stefan Schröter mit einer Bauwertung von 89,67 Pkt. für den
Containerfrachter „Este Submerger II“ 1:100 gleich den 1. Platz. Nach den
Aussagen der betroffenen Kollegen, waren sie
in Ihrer Kl. nicht mit den Wertungen einverstanden, hatten doch Tamya -
Plastic Bausätze zu hohe Baupunkte bekommen. Unsere übrigen deutschen
Teilnehmer kamen auch hier auf ganz achtbare Ergebnisse. Der Stefan konnte mit
seinem 95-er Lauf und 1,67 Pkt. Vorsprung den ersten Platz belegen. Diese Kl.
wurde ja bekanntlich das erste Mal auf einer WM ausgefahren, immerhin kamen hier
16 Teilnehmer zusammen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich diese Kl.
entwickelt. Ab
17,00 h folgte die Dampfbootsichtung, eine Kl. die seit Wendlingen 93 eingeführt
werden sollte. Hier mußte ein Dampfteilnehmer aus Österreich den sog.
Fachleuten der Prüfkommission erst einmal erklären, worauf sie unbedingt
achten müßten. Als nach der Wertung Unterschiede von über 40 Pkt. Für das
gleiche Modell auftraten, legte die Mannschaft aus Österreich Protest ein und
trat nicht mehr zu den letzten Läufen an. Sie waren so sauer, daß sie noch
nicht einmal zur Siegerehrung erschienen. Der zuständige Dampffachmann der
NAVIGA hatte offensichtlich vergessen, sein ganzes Fachwissen zu vermitteln. Ab
15,30 h wurden auf den Startstellen
1-3 die ersten Läufe ausgefahren. Hier zeigten doch alle ganz große Nerven,
sodaß am Ende nur ganz wenige schon einen ruhigen Abend genießen konnten.
Bekanntlich wird ja immer erst am Ende eines Wettbewerbs abgerechnet. Der Freitag sollte jetzt auch endlich für die Kl. - F 2a - die Entscheidung in der Bauwertung bringen. Hier waren immerhin wieder 21 Teilnehmer angetreten. Werner Töller aus Oberhausen brachte ein ganz neues Modell die „ZIRFAEA“ 1:75 an. Ein Modell auf das ich schon lange gespannt war, hatte ich doch zwischendurch schon einzelne Bauteile des Schiffes gesehen. Das Modell ist der Nachbau eines niederländischen Vermessungs- und Forschungsschiffes. Vor dieser Leistung des Modellbauers kann ich nur meinen Hut ziehen. Allein die Farbgebung ist schon eine Klasse für sich und von daher war eine 98 Baupkt.-Wertung nur gerecht. Klaus Plonus mit seiner „Midgard I. 1:33,3 hing mir wieder wie auf der DM 98, dieses mal sogar Punktgleich mit 99 Baupkt., im Nacken, wie dicht, haben wir bekanntlich ja erst nach den 3 Läufen mitgekriegt. Das Panzerschiff „Admiral Ushakov vom Russen Mikhail Mikheenko sowie der Fischkutter „Shilyte“ des Russen Souleiman Safarov und die „Stoltera“ aus der CZ von Miroslav Sestak folgten mit gut 90 Pkt. Meine „Maersk Master“ 1:100 konnte sich zwar sehen lassen, aber man weiß nie, ob die Bauprüfer auch meinen Schwierigkeitsgrad erkennen würden. Vom Gefühl sagte ich mir immer wieder es wird wohl sehr eng werden. Auch in dieser Bauprüfung konnte ich wieder bei der Kommission viel Fachwissen feststellen. Nach der Wertung konnten speziell wir nauticus-Teilnehmer wohl hoch zufrieden sein. Bernd Heinke mit dem Schlepper „Garant“ 1:50 aus Hamburg und H-Jürgen Borchers mit dem „Garant“ 1:100 aus Hannover-Misburg, belegten sehr gute Plätze im Mittelfeld.
Endlich,
um 14,30 h, konnten wir von der Kl. - F 2a - an den Start gehen. Wie es sich gehört,
durfte der kleinste Teilnehmer, H-Jürgen Borchers aus Harsum mit dem Schlepper
“Garant“ loslegen. Hatten wir im Vorfeld des Laufbeginns noch auf einen
sicheren 100-er Lauf gehofft, wurden wir aufgrund der Lichtverhältnisse schnell
eines anderen belehrt. 93 Fahrp. waren nur erreicht, so ging es allen
Teilnehmern. Das beste Ergebnis waren an diesem Tage tatsächlich nur 98 Fahrp.
Bernd Heinke sonst auch ein
sicherer Fahrer, patzte prompt im Dock. Ich selbst fuhr oben einmal vorbei und
patzte auch im Dock. Werner Töller und Klaus Plonus versiebten genauso ihre Läufe,
wobei zur Ehrenrettung allerdings gesagt werden muß, daß W. Töller, V.
Klepikov und ich in allen Läufen permanente Störungen hatten. Wie sich 2 Tage
später herausstellte waren auf den Kanälen 81-90 Militärfunkgeräte mit
Leistungen von bis zu 30 Watt als ständige Träger auf unseren Kanälen. 2
unserer Teilnehmer haben sich
selbst davon überzeugt und nach schärferem Nachfragen zur Antwort bekommen;
wir wissen das, können aber nichts dagegen unternehmen, da daß Militär das
Sagen hat. Tausend Entschuldigungen folgten. Eine Frage muß erlaubt sein; wieso
hat man uns nicht gewarnt. Meine "MÆRSK MASTER" hatte mir Fahrfiguren
vorgelegt, die ich bis dahin noch nicht kannte. Werner Töller auf Kanal 52
wurde von den Dampfmaschinenexperten der
Startstelle 4, die ja bekanntlich sehr lange vorheizen müssen, gestört. Das
interessierte allerdings auch keinen Menschen. Michael Dahm, der mit einem
Skanner die Frequenzen überwachte,
stellte auch bei mir in einem - F 2c - Lauf einen Träger fest, obwohl der
Startstellenleiter die Frequenzüberwachung abgefragt hatte. Hier konnten wir
zum Glück noch reagieren. Die jeweiligen Startstellenleiter waren sehr gut und
konnten nichts dafür ! Die Fahrleistungen in der Kl. - F 2a - wurden auch in den folgenden 2 Läufen nicht besser. Unsere Konkurrenz hatte schon so ein heimliches freuen in den Augen, hatten sie doch schon einige bessere Läufe hingelegt. Es kam wie es kommen mußte, im 2. und 3. Lauf fuhren wir sog. Favoriten bessere Fahrpunkte und belegten am Ende in der Reihenfolge die Plätze 1. H-J. Mottschall mit dem Bohrinselversorger "MAERSK MASTER“ 2. W. Töller mit der „ZIRFAEA“ und 3. K. Plonus mit dem Schlepper „MIDGARD I.“. Da wir erst mit dem Aushang am Abend unsere Baupunktergebnisse erfuhren, war also für Spannung gesorgt. Auch hier zeigte sich wieder einmal, am Ende eines Wettbewerbs werden im wahrsten Sinne des Wortes die Punkte zusammengezählt ! Im Nachhinein kann ich von meinem Lauf nur sagen; obwohl ich wieder extreme Funkstörungen während meines Laufes hatte, war endlich auch das Quäntchen Glück auf meiner Seite um trotzdem meinen Siegeslauf hinzulegen. Für mich unvorstellbar wenn ich aufgrund der dauernden Störungen verloren hätte. Am Freitag um 17,00 h konnte auch endlich auf der Startstelle 1 die Kl. - F 2c - mit ihren Läufen beginnen. Auch in dieser Klasse waren nicht sehr große Fahrergebnisse zustande gekommen. Zwar laufen die sog. Dickschiffe besser über den Parcours, müssen aber aufgrund ihrer großen Radien und der längeren Reaktionsfähigkeit genauer gefahren werden. Der chinesische Wettkämpfer Z. Zhou mit seinem Forschungsschiff „XIANG YANG HONG N. 10“ zeigte uns gleich im 1. Lauf wer Herr im Hause ist und fuhr 100 Pkt. Ein Lauf der nicht besser und exakter gefahren werden kann. Um es vorweg zu sagen, auch der 2. Lauf wurde mit der gleichen Perfektion absolviert. Mein 1. Lauf brachte mit der „S.A. VAN DER STEL“ zwar 92 Fahrp. ein, war für mich jedoch nur ein Übungslauf da ich dieses Schiff schon seit 11 Jahren nicht mehr gefahren habe. Gespannt war ich auf P. Sager der doch ein sicherer Fahrer ist aber auch hier kam nichts zustande, genau so wenig wie bei meiner Meinung nach die nächsten Mitstreiter. Da ich im 2. Lauf endlich meine 100 Fahrp. erreichte, P. Sager sich nicht verbessern konnte, mußte, da unser dän. Modellbauer im 3. Lauf auch 100 Fahrp. erreichte, ein Stechen um den 2. und 3. Platz herhalten. Beim Losen um die Reihenfolge, durfte ich als 1. fahren. Legte sofort 98 pkt. vor und konnte, da Morton Skov nur 94 Pkt. erreichte, nicht mehr vom 2. Platz dieser WM verdrängt werden. Für mich, der ja nur nachgemeldet war und mit einem 19 Jahre altem Modell antrat, vielleicht ein größerer Erfolg als der der Kl. - F 2a -.
Die Kl. - F 2b - mit 23 Teilnehmern hatte wieder ein besonders starkes Feld, wobei der chinesische Teilnehmer Jiefeng Liang ( 22 Jahre alt und Student) mit seinem Forschungs- und Bergungsschiff „HU JIU LAO 3 HAO“ für jeden klar erkennbar, einfach nicht zu schlagen war. Gleich der 1. Lauf mit 100 Fahrp. sowie 99,33 Baup. brachten den unbestrittenen Sieger dieser Klasse hervor. Werner Töller mit seiner „MELLUM“ konnte zwar eine beachtliche Bauwertung von 98,67 Pkt. und 98 Fahrp. vorweisen belegte letztendlich aber den 2. Platz vor Gerhard Ciesielskie mit dem Modell „OTTO TREPLIN“. Wieder ein nicht erhoffter Erfolg , dafür um so schöner ! G. Ciesielskie wurde auch in seinen beiden letzten Läufen ( trotz PCM-Anlage) erheblich gestört, auch nachdem er seinen 85-er gegen einen 90er Quarz tauschte. Ihm gegenüber entschuldigte man sich mit den o. g. Worten. Auch in dieser Kl. war ein Aufwärtstrend zu erkennen. Als Fazit für mich ist dieser WM allerdings auch wieder mit recht schlechten Fahrergebnissen, speziell der sogn. Favoriten, abgelaufen. Offensichtlich setzt sich der eine oder andere selbst zu sehr unter Druck, will man doch irgendwie seine aufgewendete Zeit (oft 3 000 bis 5 000 Std.) im Modellbau vergoldet haben. Eine
Kuriosum am Freitag morgen, R. Berdrow bekam vom Dolmetscher unserer Gastgeber
zu hören; er habe schon 3 mal eine Platzierung auf Wettbewerben errungen und muß
in der Kl. - F 2 - starten. Das ist vom Hauptschiedsrichter festgelegt worden
und unser Mannschaftsleiter hat dem, ohne R. B. zu fragen, zugestimmt. Zum Glück
hatte R. B. seinen Bielbrief schnell zur Hand und siehe da, es waren bisher nur
2 Eintragungen vorgenommen worden. Selbstverständlich redigierte der
Hauptschiedsrichter sofort seine Aussage und R. B. konnte in der - F 4b -
mitfahren. Zum Glück legte sich der verständliche erste Zorn sofort. R. B.
wollte zuerst nicht mehr teilnehmen. Hier muß die Frage gestellt werden; wer
hat eigentlich dieses, an der Basis vollkommen vorbei geführte Regelwerk
geschaffen. Immerhin zählen hier laut Regelwerk alle Wettbewerbe, ob
Freundschaftswettbewerbe oder Gruppenmeisterschaften oder sonstige Teilnahmen
zusammen. In welcher Kl. der - F 2 - er starten solle, immerhin waren ja alle Plätze
belegt, konnte sowieso keiner beantworten. Die
angekündigten Nebenprogramme für die Teilnehmer bzw. deren Begleitpersonen,
fielen entweder wegen angeblicher zu geringer Beteiligung oder ganz einfach
wegen dem Absprung der Sponsoren aus. Selbst der gemütliche Abend kam nicht
zustande, so daß wir mit 10 Personen wieder ins Hotel zurückfuhren. Für mich
kaum vorstellbar, hätte ich doch um ein Haar meine Frau zur Mitfahrt überredet.
Diesen Ärger einiger Mitstreiter mit Ihren Begleitungen habe ich zum Glück
nicht gehabt ! Wie so üblich, trafen sich die Teilnehmer gleich am ersten Abend zu evtl. Neuvorschlägen in einem Raum, der offensichtlich nicht von unserem Mannschaftsleiter Dieter Zipp verkündet wurde. Die wenigen, die das wußten, fragten uns nächsten Tag, wo wir waren. Leider konnten wir nur antworten, wie so häufig; wir haben keine Information bekommen. Selbst die kuriosesten Vorschläge aus dieser Versammlung wurden nicht im Nachhinein mit der anwesenden Mannschaft erörtert. D. Zipp ist zur Sitzung der Sektionsleiter offensichtlich ohne Abstimmung der Interessen unserer Mannschaft gegangen. Auch hier die Frage; wer muß nachher eigentlich die Wettbewerbsregeln ausbügeln ! Ist doch gerade vor Ort die Möglichkeit gegeben evtl. Neuregelungen mit den Wettbewerbsteilnehmern zu besprechen oder sollten wieder nur Funktionärsfehlentscheidungen gelten, die im Nachhinein nur wieder sehr schwer auszubügeln sind. Nicht nur das war sehr schwach vom Mannschaftsleiter D. Zipp! Mehr Mannschaftsnähe wäre allemal angebrachter. Wir, die im Hotel untergebracht waren und das sei hier noch einmal in aller Deutlichkeit klargestellt, bekamen fast keine Informationen. Hätte ich zum Beispiel nicht noch am Abend unsere Ergebnisse am Gelände eingesehen, wäre ich kaum zur Sektionssitzung gekommen. Auch diese Information bekam ich vom dän. Lager oder war das so gewollt ? Ein Telefon war am Gelände und im Hotel ! Das Hick/Hack dieser Sitzung hat aber auch letztendlich eines sehr klar zu Tage gebracht, es geht vielen Funktionären überhaupt nicht mehr um die eigentliche Sache - SCHIFFSMODELLBAU - sondern darum, wie stark die eigenen Vorstellungen berücksichtigt werden. Leider wie so oft auch hier wieder sehr häufig politische Entscheidungen. Ich möchte nur einen Teil der Sitzung ansprechen, rund 2,5 Std. hatte man benötigt, bis endlich geklärt war, wer für die anwesenden Nationen letztendlich wählen darf. Um Mitternacht wurde die Sitzung dann, ohne die Neuvorschläge alle bearbeitet zu haben, abgebrochen. Der neue Sektionleiter Zdenek Tomasek (CZ) hat mit großer Sicherheit kein leichtes Amt übernommen!
Endlich
am Montag konnten wir zur Siegerehrung antreten. Persönlich hatte ich zwar noch
das Stechen zu fahren, aber das war das kleinere Übel, war doch das Plätzchen
auf dem Medaillenrang geschafft, egal wie das Stechen ausging. Die Vorführungen
der Kl. - F 6 - F 7 - bedurften noch den gesamten Vormittag und dann ging es mit
einer halbstündigen Verspätung los. Der
Festplatz war geschmückt und für die jeweils Klassenersten Stühle
bereitgestellt. Nach dem Aufstellen der Mannschaften wurden jetzt die
offiziellen Festreden in 4 Sprachen gehalten und dann endlich die Siegerehrung
vorgenommen. Leider funktionierte die Lautsprecheranlage nicht so wie gewohnt,
als das 1. Mal die deutsche Hymne erklingen sollte, kam nur Gekrächze oder gar
kein Ton heraus. Auch den Chinesen
erging es nicht besser. Für mich war es trotz allem ein erhabenes Gefühl,
wieder einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen zu können. Immerhin sind mir während
dieser Zeit auch allerhand Gedanken um den „nauticus“ durch den Kopf
gegangen und die waren nun wirklich nicht die Besten ! Die
Rückfahrt schafften wir wieder in 8 Std. und waren pünktlich um 24,00 h im
Hause. Auch der Grenzübergang ging ohne Beanstandungen vonstatten. Mein
persönliches Fazit dieser Veranstaltung ist : Aufgrund der immens hohen Kosten
wird es bald keinen Ausrichter für diese Großveranstaltungen geben und wenn,
dann nur unter etlichen Zugeständnissen. Ist doch die „NAVIGA“ am Ende
froh, überhaupt noch einen Ausrichter zu haben ! Habe ich auf dieser WM richtig
zugehört, wird sich der eine oder andere Modellbauer für die Zukunft überlegen,
solche Veranstaltungen zu besuchen. |
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H-Jürgen
Mottschall
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| Ps.
Dieser Erlebnisbericht, von meiner Seite noch recht human umschrieben, sollte
mir nach dem Willen einiger NAVIGA- und nauticus-Funktionäre. eine 3-jähr.
Wettbewerbssperre einbringen!? Als ich mich wehrte, und die Anwaltskosten ins
Haus kamen, sprachen die gleichen Funktionäre
von ihrer Ehre und sie wollte es ja eigentlich auch nicht
verbrochen haben! Aber
letztendlich ging auch dieses Intrigenspiel nicht auf. Die für sie
entstandenen Kosten waren
hoffentlich Mahnung genug. Das diese Kosten zum Nachdenken einiger
NAVIGA- und nauticus-Funktionäre
beigetragen haben ist leider nicht erkennbar! |
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Der
C - Weltwettbewerb St. Gallen vom 10. - 14. 09.97 |
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Da
wir zu dieser C-WM rechtzeitig vom Mannschaftsleiter Jürgen Lamertz - wie sich
noch während des Wettbewerbs zeigen sollte- ein recht umsichtiger und guter
Leiter, unsere Informationen bekamen, konnten
wir uns schon einmal mit ca. 305 Modellen befassen die hier gemeldet waren. Das
hier 17 Nationen antreten sollten war auch ein Novum, hat aber glaube ich, auch
etwas mit dem Austragungsort zu tun. Von Hamburg bis nach St. Gallen in der
Schweiz waren es immerhin 840 Km. Da ich nachts um 01,00 h aufwachte, sagte ich
mir, jetzt kannst du ja gleich aufstehen und so bin ich dann um 01,45 h
abgefahren und traf dann auf dem Messegelände um 09,15 h ein.
Die
Begrüßung auf dem Gelände fiel sehr herzlich aus, hatten wir uns doch erst
vor 14 Tagen zuletzt in Bakov gesehen. Zum Glück ersparte mir unser nauticus-Präsident
seine Glückwünsche zu meiner Leistung in Bakov. Mußte ich mir doch von ihm
auf der BM in H.-Misburg 1996 schon den Spruch anhören; Glückwunsch, gegönnt
habe ich dir das jedoch nicht! Ich hoffe, das, war wenigstens ehrlich gemeint!
Die
Registrierung lief hier an drei Stellen gleichzeitig ab und von daher konnten
wir recht schnell die großzügig vorhandenen Stellflächen in den Hallen
nutzen. Für die Zuschauer waren entsprechende Schilder zu den Modellen
aufgestellt, eine Einrichtung, die Schule machen sollte. Aber auch hier war
wieder einmal zu sehen, daß doch eine erhebliche Anzahl von Modellen neu bzw.
nachgemeldet wurden, ich glaube, das wäre ein Punkt, der dringend behandelt
werden müßte. Jeder Veranstalter kommt mit solchen langwierigen Prozeduren
unter Zeitdruck!
Während
des Wettbewerbs fragte ich unseren Vizepräsidenten Helmut Langl nach den
Qualifikationsvoraus-setzungen zur Teilnahme dieser C-WM. Die Antwort war;
C-Wettbewerb Stuttgart 94, das wäre im Präsidium so beschlossen worden. Leider muß ich jedoch feststellen, dieses ist so nie veröffentlicht worden. Veröffentlicht
ist in den nauticus-Mitteilungen 3/96, Seite 6 unter Punkt 3, daß die
DM-H.-Misburg zählt. Um das Maß jedoch voll zu machen, wurde rechtzeitig im Frühjahr
ein Teilnehmer der C-WM, der weder in Stuttgart noch in Hannover anwesend war,
vorzeitig aufgrund seiner eingereichten Fotos nominiert. Ein Vereins-mitglied
aus Hamburg wartete vergeblich auf eine Einladung zur C-WM, obwohl er in
H.-Misburg viel Geld und Urlaub investiert hatte. Selbstverständlich räume ich
auch dem H. Langl seine Antwort ein, daß der interessierte Teilnehmer sich auch
einfach rechtzeitig um eine evtl. Teilnahme kümmern sollte. Diese Ansicht
vertrete ich im Grunde auch, bin jedoch auch der Meinung, daß zuerst die
qualifizierten Teilnehmer anzusprechen sind. Als Tip für die Zukunft: Auf den
jeweiligen DM schon einen Zettel für die WM-Interessierten anzufertigen mit
rechtzeitigem Meldedatum. So hätten es beide Seiten für die Zukunft leichter. Zur Eröffnungsfeier formierten sich die einzelnen Nationen auf dem Messegelände, marschierten bis zum Marktplatz St. Gallen, drehten dort um und kamen zum Eröffnungspunkt auf dem Messegelände zurück. Daß hier um ein Haar die nauticus-Fahne statt der NAVIGA-Fahne gehißt worden wäre, konnte zum Glück noch rechtzeitig verhindert werden. Nach der doch recht langen Eröffnungsfeier stöhnten doch einige Teilnehmer und freuten sich auf ein entsprechendes Getränk. Sofort nach der Feier ging es mit den Wertungen, sprich Ersteinschätzungen der Modelle los. In meiner Kl. - C 2 - waren immerhin 64 Modelle angetreten, eine Anzahl die wir eigentlich nur von ganz früher her kannten. Am Mittwoch hatte ich das Glück noch am Abend meine Modelle den Bauprüfern vorzuführen. Da das Hallenlicht nicht überall gleichmäßig war, schafften sich die Herren einen entsprechend abgegrenzten Raum, ca. 7 mtr. laufende Tischfläche und ließen die Modelle von den Erbauern zur Wertung nacheinander vorstellen. In meinen Augen eine gelungene Lösung. Hatte man doch hier endlich einmal die Möglichkeit, Baupläne und Bildmaterial nötigenfalls aus zu breiten.
Meine beiden Modelle die „MAERSK MASTER“ ein Bohrinselversorger und das Containerschiff „CONTI BRITANIA“, wurden jetzt hintereinander begutachtet, einige Fragen gestellt und nach verschiedenen gutgemeinten Frotzeleien hatte ich das Gefühl mich nicht mehr um meine Baupunkte sorgen zu müssen. Wie recht ich haben sollte, sieht man ja an den Ergebnissen von 98,67 und 95,67 Baupkt. Meine größten Mitstreiter waren R. Thielsch mit der „NORDSEE“ ein Laderaumsaugbagger 1:100 100 Baupkt. und die chinesischen Modelle „HAQNGJUN 4002“ Saugbagger in 1:85 und das Rettungsschiff „HU JIU LAO 3 in 1:116. Speziell diese chin. Modelle waren uns ja seit einigen Jahren bekannt und somit auch nicht mehr zu fürchten. Selbstverständlich war hier jedoch die Frage; sehen auch die Bauprüfer das was wir ja seit Jahren schon sehen? Eines hier schon einmal vorweg gesagt, 1. waren die Bauprüfer in allen Kl. nicht zu beneiden und zum anderen kann ich wirklich nur meinen Hut vor den insgesamt guten bis sehr guten Wertungen ziehen. Auch auf diesem Wettbewerb wurden doch die erheblichen Mängel wie: nicht von der Größe her passende Türen und Poller, Feuerlöschmonitore, Ladeblöcke und viele andere Kleinigkeiten auf den Modellen entdeckt. Die Baupkt. waren aber immer noch 97 und 95,67 Baupkt. Zwar für die chin. Teilnehmer nicht richtig verständlich aber aus unserer Sicht gerecht. Das diese Modelle auf sog. Universitäten gebaut werden ist ja inzwischen ein offenes Geheimnis. Wenn man jetzt noch das Alter der Erbauer nimmt von gerade einmal 23 und 24 Jahren, kommt selbst sehr schnell zu den nötigen Erkenntnissen. Selbstverständlich werden nie alle Teilnehmer ausnahmslos zufrieden sein aber das liegt in der Natur der Dinge. Ganz sicher ist auch, daß der eine bunte Schiffe und der andere graue Schiffe mag. Doch bitte, wo sollte man jetzt die Meßlatte anlegen. In dieser Kl. waren doch etliche neue Modelle zu bewundern, wie ein russ. Feuerlöschboot „ Dibrar“ im 1:75 von A. Razumokski (UZB). Ein sehr beein- druckendes Modell das aber leider zu überladen wirkte. Hier hätte der Erbauer doch lieber mehr die Kunst des Weglassens anwenden sollen. Deckbeleuchtung waren doppelt so groß, genau so wie die Beschriftungen. Immerhin kamen hier noch stolze 93,33 Pkt. heraus. Die „Hammonia“ 1:100 ein sog. Omni-Schiff (Stückgutschiff) erbaut von M. van Gelderen (NL). Dieses fantastische Modell wurde über einen Zeitraum von 6 Jahren gebaut. Hatte der Modellbauer doch die Detail hervorragend gebaut, mangelte es letztendlich beim Finisch an der Lackierung. Die „Duke of York“ engl. Schlachtschiffnachbau 1:200 von Y. Novak (UKR), kam Dank seiner Sauberkeit im Detail noch auf 91,67 Baupkt. Ein Modell, das durchaus auch noch höher eingeschätzt werden könnte. Eine kleine Enttäuschung war das niedrige Abschneiden unseres F. Thoma. Sein Modell, die K.G.S. „Komet“ 90,67 Baupkt. 1:50 hatte doch schon in H.-Misburg mit mir punktgleich gelegen. Hier bekam dieses Modell meines Erachtens nach mindestens 3-4 Punkte zu wenig. Wer sich dieses Modell genauer ansieht, kann eine fantastische und saubere Modellausführung erkennen. Vor allen Dingen ist dieses Modell einer Dampfyacht nicht allzu häufig anzutreffen. Um all diese unglaublichen Prunkstücke zu beschreiben, müßte ich ein Buch schreiben. Vielleicht passiert das ja einmal von anderer Seite.
In der Kl. - C1 - ( 52 Modelle) belegte W. Quinger aus Dresden mit der königlichen Yacht „Royal Caroline“ 1:48 den ersten Platz mit 94,67 Baupkt. Waren in der Kl. - C2- die Werter allgemein recht hoch in die Punkte gegangen, drückten sie hier in dieser Kl. doch erheblich nach unten. Unter dem Strich jedoch, nach meinem Gefühl, in der richtigen Reihenfolge. Die ersten 3 Plätze hatten einen jeweiligen Abstand von einem Punkt. G. Pflaum mit seiner „La Salamandre“ 1:48 kam auf 92,67 Baupkt. und S. Grünzel errang immerhin noch mit dem russ. Linienschiffnachbau der „Goto Predestinatia“ 90,67 Baupkt. Hier in dieser Kl. war auch wieder zu erkennen, daß die Modelle mit großem Aufwand und entsprechender Ausführung von der Jury erkannt wurden. Auch hier war wieder eine Unmenge der verschiedenen Maßstäbe und Schiffstypen vertreten, die jedes für sich oft kleine Meisterwerke waren. Aber auf einer WM sind nun einmal eine große Anzahl gegensätzlicher Modelle vorhanden.
Am Donnerstag um 20,00 h trafen sich die Mannschaftsleiter und interessierte Modellbauer zur Wahl des neuen Sektionsleiters. J-Claude Bellanger der bisherige Leiter stellte sich wieder zur Wahl genau so R. Fragniere aus der Schweiz, T. Mihaylov aus Bulgarien und für uns eigentlich unverständlich, unser nauticus-Präsident D. Matysik. Leiter der Wahl war der Generalsekretär der NAVIGA Herr Türk. Hier muß ich leider sagen, hat unser Mannschaftsleiter J. Lamertz ohne uns, die Mannschaft vorher zu informieren, seine Stimme für D. Matysik abgegeben. Offensichtlich kannte J. Lamertz zu dem Zeitpunkt noch nicht den Sinn und Zweck dieser Wahlen. Jeder der sich mit diesen Wahlen auskennt weiß, das nur die jeweils vor Ort befindliche Mannschaft ( BASIS des Modellbaus ) bestimmen sollte, wer für die nächste Zeit diese Sektion leiten soll. Hier legte wie selbstverständlich der nauticus-Präsident fest, daß die Stimme der Mannschaft laut Präsidiumbeschluß für ihn abzugeben ist! Die Wahl verlief so; 17 abgegebene Stimmen. Davon 8 x Bellanger, 6 x Fragniere, 2 x Matysik und 1 x Mihhaylov. Jetzt wurde vom Generalsekretär entgegen geltender Regeln J-C. Bellanger wieder in seinem Amt bestätigt obwohl er nicht die absolute Mehrheit erreichte und die Sitzung beendet. Für mich ein unglaublicher Vorgang, immerhin saß in dieser Sitzung der Präsident der NAVIGA und etliche andere Funktionäre die geltende Regeln der Wahlen doch beherrschen sollten. Es folgte jetzt noch eine größere Debatte mit dem Ende, sich um die genaueren Informationen zu den Wahlen zu erkundigen! Der Anruf beim ehemaligen Generalsekretär (H. Kukula) der NAVIGA, brachte Licht in die Angelegenheit und die Wahl wurde für nicht zulässig erklärt. Der nächste Wahlgang erfolgte dann 2 Tage später. Hatten wir gehofft, daß unser nauticus-Präsident aus der ersten Wahl gelernt hatte, sahen wir uns getäuscht. Hier bestand er wieder darauf von der deutschen Mannschaft die Stimme zu bekommen. Die darauf einberufene Mannschaftssitzung ergab dann, daß die deutsche Stimme (einstimmig beschlossen ) für R. Fragniere abzugeben ist. Dazu sei gesagt; D. Matysik wurde rechtzeitig über die Zusammenkunft der Mannschaft informiert, ging jedoch lieber zum Essen. Auch von daher sagten wir uns, das ganze ist ja offensichtlich nicht so wichtig bzw. zeigte uns H. Matysik, wie unmündig wir doch sein sollten! Jetzt setzte sich der Mannschaftsleiter entsprechend durch und verweigerte D. Matysik den sog. Gehorsam! Die Neuwahlvorschläge waren jetzt Bellanger, Fragniere und Matysik. Das Ergebnis der Wahl war jetzt; 8 x Bellanger und 9 x Fragniere der damit auch die Wahl annahm. Leider sorgten dann, durch sprachliche Schwierigkeiten hervorgerufen, bei der Vorstellung seines Konzeptes, diese für eine recht hitzige Debatte. War doch der Wunsch von R. Fragniere das Regelwerk auch evtl. in russisch zu erstellen, falsch verstanden worden. Es bleibt dabei, die amtlichen NAVIGA-Sprachen sind deutsch, englisch und französisch. Hier hat R. Fragniere ein Amt übernommen, daß mit Sicherheit nicht leicht ist. Ich wünsche ihm jedoch eine glückliche Hand.
Die
Kl. - C3 - ( 56 Modelle ) ist und bleibt in meinen Augen die extremste Kl.
Treffen hier doch fast fertige Modelle, wo lediglich nur einige Planken oder
Bleche fehlen mit Schiffsteilen wie Luken-, Winden- oder sonstige Schiffsteile
zusammen. Der Belgier E. Huybens belegte hier mit seiner „Aurore“ einem
Segelschiff von 1784 1:36 und 100 Baupkt. den ersten Platz. Das faszinierende an
diesem Modell war eigentlich die Kunst, Hölzer so vollendet zusammenzufügen.
Jeder Spant wurde einzeln und damit auch
gut erkennbar, aus verschiedenfarbigen Hölzer, gebaut. Obendrein erklärte uns
der Modellbauer, daß er erst im Alter von 62 Jahren zum Schiffsmodell gefunden
hatte. Bei der Gelegenheit zeigte er uns auch etliche seiner recht einfachen
Werkzeuge zum Modellbau. Das Fischereischiff „ Beidou“ 1:60 des Chinesen Wu
kam mit 98,67 Baupkt. auf den 2. Platz. Das Modell ist uns ja schon seit einigen
Jahren bekannt, für uns auch bisher
Die Kl. - C 4 - kleiner als 1:250 gebaut ( 38 Modelle ), war eine reine Domäne der chin. Modellbauer. Die ersten 5 der Kl. kamen aus China. Der 6. war der russ. Teilnehmer G. Shapiro mit dem russ. Raketenkreuzer „Frunze“. Hier waren die Maßstäbe von 250 bis 1 300 tonangebend. Diese Modelle zu beschreiben fällt mit sehr schwer, ich kann eigentlich immer wieder nur sagen; jeder interessierte Modellbauer sollte unbedingt solch eine WM besuchen. Auf dieser WM kamen doch einige Fachleute und Fans sogar aus Bulgarien angereist. Die „Yamato“ ein jap. Schlachtschiff 1:1 250, von P. Weiß kam für mich etwas unverständlich nur auf 88,33 Baupkt. Hier hätte ich mir durchaus ca. 3-4 Baupkt. mehr vorstellen können. Vielleicht war hier das Baumaterial ( Papier ) für die Bauprüfer unbewußt im Hinterkopf. H.-P. Weiß hat während des gesamten Wettbewerbs an einem Extrastand, mit der Unterstützung seiner Frau, ständig dem interessierten Besucher gezeigt wie seine Modelle entstehen. Bekanntlich zeichnet P. Weiß zuerst seine Modellteile, formt und kanntet sie, lackiert alle Details und fügt sie dann zusammen.
Die
Kl. - C 5 - Buddelschiffe ( 23 Modelle ), wurde auf dieser WM erstmals eingeführt.
Wie schon in der vorherigen Kl. waren auch hier sehr kleine Maßstäbe vertreten
bis hin zu 1:900. Hier belegte der Franzose M. Devert mit der „France II“
1:150 und 98 Baupkt. den ersten Platz. Die chinesische „New Nippon Maru“
1:900 folgte mit deutlichem Anstand von 94 Baupkt. auf Platz 2. Auch hier waren
wahre Wunderwerke zu bestaunen. Meine Meinung ist jedoch, da ich als Bauprüfer
selten die Modelle durch die Verspiegelungen der Flaschen richtig überprüfen
und schon gar nicht nachmessen kann, gehört sie nicht auf eine WM. Müssen doch
die Kl. - C 1 zur jeweiligen Bauprüfung
ihre Schutzhauben zur besseren Kontrolle und Erkennbarkeit der Details abnehmen.
Die Kl. - C 6 - Plastikmodelle ( 18 Modelle ) wurde hier als sog. Demonstrationsklasse das erste Mal vorgestellt und gewertet. Auch hier waren wirklich sehr exakte Meisterwerke zu bewundern. Die „Le Soleil Royal“ 1:100 ein Linienschiff 1669 von Gisela Young belegte zu Recht mit 97 Baupkt. den ersten Platz. Aber auch hier sage ich, diese Kl. sollten nicht auf einer WM vertreten sein. Es sind keine klassischen Modellbauten, sind hier doch sämtliche Bauteile vorgegeben und bei einigermaßen Ausdauer und Geduld recht mühelos zu bauen. Ich sehe im Vergleich den üblichen Modellbauer, der sich um die Materialien, Zeichnungen und entsprechende Werkzeuge zur Erstellung der Details doch erhebliche Gedanken machen muß. Ich weise immer wieder darauf hin, nicht erst ein Modell zu bauen um dann nach seiner Fertigstellung zu fragen, wo ist meine Kl.. Welcher Veranstalter kann denn auf Dauer die vielen Experten zur Bauprüfung bezahlen ! Hier muß es heißen, es gibt nur die und die Kl., möchte ich an einem Wettbewerb teilnehmen kann ich nur in diesen Kl. bauen !
Die
Kl. - C 7 - Papiermodelle ( 13
Modelle ) eine Einführungsklasse, zeigte zwar auch recht hervorragende Modelle
aber auch hier sollte das gleiche wie für die 2 vorherigen Kl. gelten, so schön
diese Modelle auch anzusehen sind. In dieser Kl. belegte H. Böck mit einem Küstenpanzerschiff
1:250 SMS „Beowulf“ mit 96
Baupkt. den 1. Platz. In dieser Klasse waren nur deutsche Teilnehmern am Start. Was auf keinen Fall unerwähnt bleiben sollte ist, aufgrund der großen Ausstellungsfläche konnte Rolf Märki mit einigen seiner Modellbaufreunde, einige Pieranlagen des Genuesischen Hafens ausstellen. Das besondere daran ist, alles im Maßstab 1:100. Angefangen über die „Oceanic“, „Tirpitz“ und den halbfertigen Modellen der „Vaterland“, „Michel Angelo“ sowie dem Schwesterschiff „Raffaelo“. Speziell an den drei letztgenannten Modellen konnte man sämtliche Plattengänge, Maschinenkühlein- und Austritte, Schlingerleistenaufnahmen sowie an der „Raffaelo“ 24 000 Nietenkopfandeutungen erkennen. M. E., eine fantastische Modellbaudemonstration. R. Märki wurde auch nicht müde, dem interessierten Besucher diese Wunderwerke zu erklären. Eine Anregung vielleicht für die Zukunft für Ausstellungen. Halbfertige Modelle sind immer wieder für den Zuschauer leichter und damit interessanter nach zu voll ziehen.
Am
Sonnabend gab es einen gemütlichen Abend im Messerestaurant. Hier hat sich der
Veranstalter große Mühe gegeben und der geringe Preis auch der Getränke,
machte den Abend so richtig gemütlich. Hier hatten wir wieder die Möglichkeit,
alte Bekanntschaften aufzufrischen bzw. neue zu knüpfen. Solch ein Abend gehört
m. E. einfach zu einer Großveranstaltung. Um 01,00 h lagen wir dann endlich im
Bett.
Ein
Wermutstropfen der besonderen Art wurde uns ca. 1 Std. vor der eigentlichen
Siegerehrung beschert. Hatte ich doch schon am ersten Tag etwas über fehlende
Medaillen gehört und es als Hörfehler abgetan, kam nun der Mannschaftsleiter
zu uns und erklärte; er habe unser Einverständnis vorausgesetzt und
zugestimmt, daß die deutsche Mannschaft freiwillig auf ihre Medaillen
verzichtet. Es fehlten ca. 25 Gold-
und 10 Silbermedaillen. Diese Medaillen würden wir dann innerhalb von 14 Tagen
nachgeschickt bekommen. Hier sagte jetzt die Mannschaft, es möge bitte ein
Offizieller des Desasters kommen, es kann ja wohl kaum ein Mannschaftsleiter
diese heikle Sache erklären. Jetzt kam endlich der Schweizer Verbandspräsident
und versprach uns in die Hand und mit seinem Namen bürgend, wir würden die
Medaillen in ca. 14 Tagen bekommen. Wir haben, um es zu keinem Eklat kommen zu
lassen, zugestimmt. Für mich, der ja bekanntlich erfolgreich an fast allen WM
teilgenommen hatte, ein Novum und ich spreche es für viele andere Teilnehmer
klar aus, ich hätte am liebsten geheult. Persönlich glaube ich, jeder, der als
Gewinner eines Wettbewerbs in so
einer Situation steckte kann dieses nachfühlen ! Unglaublich aber war, du
kommst nach Hause und kannst nicht einmal deine Medaille vorzeigen ! Hoffentlich
passiert mir diese Blamage nicht noch einmal. Die Siegerehrung verlief, Dank
unserer Tiefpunktstimmung entsprechend. In einer kleinen Ecke der Messehallen
lief jetzt im sog. feierlichen Rahmen die Ehrung ab. Die jeweils dekorierten
Teilnehmer lieferten brav ihre Medaillen ab, um sie den nächsten Teilnehmern
wieder umzuhängen. Daß jetzt die wenigsten Betroffenen noch Lust zur Abschlußfeier
verspürten, kann sich, glaube ich, jeder vorstellen.
Nachdem
die Modelle freigegeben waren, lud ich meine Kästen in den Wagen und war nach
den nötigen Verabschiedungen um 18,40 h auf dem Nachhausetrip und traf um 01,45
h dort ein. Während der Fahrt war ich aufgrund des mißglückten Endes dieser
WM verständlicher Weise nicht müde und warte jetzt auf die Medaillen. Zu
diesem Bericht möchte ich sehr deutlich sagen; ich möchte mich herzlich bei
den stillen Hintergrundmitarbeitern und den offiziellen Funktionären dieses
C-Weltwettbewerbs für ihr Engagement und ihre gewiß nicht immer leichte Arbeit
bedanken! Es hätte am Ende bloß nicht mit den Medaillen passieren dürfen,
denn die runden ja bekanntlich erst einen Wettbewerb ab. Wer das nicht
nachvollziehen kann, hat offensichtlich noch nie auf einem großen Wettbewerb in
der vorderen Reihe gestanden. Ich
weiß, daß jetzt der eine oder andere Leser dieser Zeilen fürchterlich
empfindlich reagieren wird, aber ich weise darauf hin, es sind in erster Linie
meine persönlichen Eindrücke und Empfindungen !!
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Die
Medaillen sind wirklich schon eingetroffen !
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H-Jürgen
Mottschall |
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Die
WM-Motoren von 21.-30.07.95 in ILAWA ( Polen ) |
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Als
sich Polen um die WM 95 bewarb, hatte man damals großzügige Vorabinformatioen
zugesagt. Leider wurden diese für den interessierten Teilnehmer nur sehr knapp
eingehalten. Wir, die Hamburger Teilnehmer, haben erst eine gute Woche vor
Beginn der WM unsere Anmeldebestätigung erhalten. Leider haben wir auch als
einzige Teilnehmer des Dachverbandes "nauticus" keine Teilnehmerliste
als Vorabinformation erhalten und fuhren ohne
Information 850 Km nach ILAWA. Selbstverständlich
hatten wir Bedenken überhaupt noch loszufahren, schließlich sagten wir uns
jedoch, es kann auch unter Umständen ein Abenteuer werden und es wurde eins. Wir, die als Schiedsrichter eingeladenen Jürgen Hinrichsen und ich, fuhren schon am Freitag los. Der Übergang Frankfurt/Oder wurde innerhalb einer halben Stunde bewältigt und nach rund 11 Stunden Fahrzeit waren wir dann endlich vor Ort. Die Organisation vor Ort war wie auf allen größeren Wettbewerben, doch anfangs mit etwas Sand im Getriebe behaftet, lief sich dann jedoch im Laufe des Wettbewerbs rund. Wir wurden ca. 1,5 Km weiter in einem Hotel untergebracht, das unseren Ansprüchen genügte. Nicht ganz so gut war, daß ich mein Modellschiff immer hin und her transportieren mußte, da kein entsprechender Raum zur Aufbewahrung vorhanden war. Selbstverständlich ließen wir auch unseren PKW auf dem bewachten Parkplatz |