Unser
Besuch 22. bis 28. 04. 2004 in Stavanger
Die Idee, unsere
Modellschiffe nach ihrer Fertigstellung bei den jeweiligen Reedereien
vorzustellen, ist ja nichts Neues. Als wir 1999 dem ersten Besuch in Stavanger
machten und die nötigen Fotounterlagen zum Bau meines Modells auf dem Original
fertigten, sprachen wir ja schon einmal dieses Thema an. Ende des letzten Jahres
nahm die Reise schon konkretere Formen an. Anfang dieses Jahres legten wir dann,
Peter, Jörg und ich den endgültigen Zeitplan fest. Jörg bot sich mit
seinem Wagen (Volvo Kombi mit Dachkoffer) als Fahrer an. Peter besorgte die
Fährkarten und buchte die Hütte auf dem Øberg – Campingplatz. Peters gesetzlich verordnetes Glück, stellte unser Proviantpaket zusammen. Rechtzeitig traf ich dann am
22.04.um 06.00 h beim Peter ein und dachte schon, ich wäre der Letzte unserer Truppe. Doch
weit gefehlt, hier bekam ich erst einmal zu hören, was willst du denn schon so
früh hier, acht Uhr hätte ja allemal gelangt und außerdem ist Jörg auch noch
nicht da. Macht nichts sagte ich mir, dann bist du wenigstens nicht der Letzte! Kurz nach 07.00 h bekamen
wir dann per Telefon von Jörgs Vater den Anruf, Jörg liegt mit hohem
Fieber im Bett und muss leider die Reise absagen! Selbstverständlich machten
wir uns doch einige Gedanken und Sorgen um Jörg. Es half ja nichts, mussten wir
doch jetzt schnell umdisponieren, meinen Wagen entsprechend umrüsten. Jetzt, da
wir nur zu zweit waren, d. h., auch nur zwei Modellkisten mitzunehmen hatten,
reichte der Platz auch in meinem Wagen. Ich staunte mal wieder beim Beladen des
Autos, was wir alles mitzunehmen hatten. Gegen 09.00 h setzten wir
uns jetzt in Bewegung, galt es doch gute 400 Km durch Dänemark zum Fähranleger
Hirtshals zu bewältigen. Bekanntlich warten Fähren ja nicht auf Nachzügler.
Auf keinen Fall sollte man auch nicht
vergessen, in Dänemark galt zum Zeitpunkt der Reise auf der Autobahn
noch 110 Km Höchstgeschwindigkeit. Die ruhige Fährfahrt
diente uns auch ein wenig zur Erholung. Im Laufe des späten Nachmittags trafen
wir in Kristiansand ein. Die jetzt anstehenden ca. 260 Km legten wir in den
erlaubten Geschwindigkeiten zurück und trafen gegen 21.00 h an unserer Hütte
am Øberg ein. Das Einräumen unseres Quartiers nahm nur wenige Minuten in
Anspruch, sodass wir zum gemütlichen Teil des Abends übergehen konnten.
Am nächsten Tag
begaben wir uns rechtzeitig auf den Weg zur Reederei Møkster. Da wir ja
angemeldet waren, wurden wir sofort in ein vorbereitetes Zimmer geleitet in dem
wir unsere Modelle aufstellten. Herr Atle H., der Chartering Manager der
Reederei, begrüßte uns wie sehr gute Freunde. Sicherlich hängt es auch damit
zusammen, dass ich während der Bauphase im Sommer wie zu Weihnachten, jeweils
Bilder des augenblicklichen Bauzustands der „STRIL POWER“ an die Reederei
schickte. Vergessen werde ich auf keinen Fall die Freude und die strahlenden
Gesichter der Reedereimitarbeiter, allen voran Atle, als sie nicht nur meine „STRIL
POWER“ sondern auch Peters „NORMAND NEPTUN“ sahen. Da sie ja insgesamt die
Fachleute sind die unsere erbrachten Leistungen beurteilen können, nahmen wir
natürlich auch das uns gegenüber ausgebrachte Lob gerne an.. So ganz nebenbei
wurde uns der Sohn Alf und die Tochter Anne Jorunn Møkster vorgestellt. Wobei Anne Jorunn mir viele
ausführliche Fachfragen zum Bau des Modells stellte. Im Stillen zog ich meinen
Hut vor so viel Wissen. Das besondere Interesse ist jedoch schnell erklärt, Anne Jorunn ist die Taufpatin
der „STRIL POWER“. Während unserer Anwesenheit
wurde im Gebäude der Reederei ein Lehrgang zur Schiffssicherheit in den Häfen
abgehalten. Selbstverständlich nahm sich der Leiter des Lehrgangs die Zeit, den
gesamten Lehrgang in unseren Raum zu führen. Auch hier wieder von den
erfahrenen Kapitänen und Ingenieuren viel
Anerkennung und Lob. Nachdem sich der erste
Ansturm gelegt hatte, überreichte ich Atle ein Fotoalbum zur Entstehung der „STRIL
POWER“ mit dem dazugehörigen Baubericht. Selbstverständlich folgte noch ein
zweites Album für die Bordbibliothek der „STRIL POWER“. Ein Geschenk, das
mit Sicherheit nicht von uns erwartet wurde. Atle ließ sich jetzt nicht lumpen
und überreichte uns im Namen der Reederei die obligatorischen Bordmützen,
T-Shirt, eine Tischflagge und mir ein Buch über die Entstehungsgeschichte der Møkster
–Reederei. Die gemütliche
Zeit bei einem hervorragenden Brunch verrann wie im Fluge. Leider mussten
wir jetzt mit großem Bedauern aus terminlichen Gründen
unseren Besuch bei Møkster beenden. Unser nächster Besuch war
ja auch schon in der Reederei „SOLSTAD“
in Skudeneshavn auf der Insel Karmoy angemeldet. Pünktlich am Fähranleger
holte uns ein Kombifahrzeug der Reederei ab. Auch in dieser Reederei
wurden wir wieder auf das Herzlichste von H-Knut
S., Charterring Manager der Reederei empfangen. Nachdem unsere Schiffe aufgebaut
waren, versammelten sich jetzt so nach und nach aus allen Abteilungen die
Mitarbeiten an den Modellen. Da auch hier wieder absolute Fachleute ihr Brot
verdienen, mussten etliche
Fachfragen beantwortet werden. Im Grunde lief es hier wieder genau so wie
vorher bei Møkster, nur hier war eben das Solstad-Modell von Peter die „NORMAND
NEPTUN“ der Mittelpunkt des Geschehens.
Im Laufe der Vorführungen
ließ ich natürlich anklingen, dass ich als nächstes ein Solstad-Modell die
„NORMAND PROGRESS“ bauen werde. Rein zufällig hatte ich natürlich schon
einige Bilder des augenblicklichen Bauzustandes des Modells dabei. Auf die Frage
seitens H-Knuts, ob ich denn entsprechende Zeichnungen des Schiffes hätte,
konnte ich jetzt auf die bisher wenige Unterstützung verweisen. Sofort sicherte
mir H-Knut seine volle Unterstützung zu und gab mir sogar das Versprechen, dass
ich nun endlich die noch erforderlichen Zeichnungen bekommen werde! Ich bin zwar
immer Optimist, aber aufgrund einiger Negativerfahrungen der jüngsten
Vergangenheit, glaube ich erst dann an die Zeichnungen, wenn ich sie vor mir
liegen habe. Auch hier vergingen die
Stunden wie im Fluge. Bei einem kühlen Getränk zeigte man uns jetzt einen
Werbefilm der Reederei und schenkte uns zum Abschied die Kapitänsjacken sowie
die dazugehörenden Mützen. Natürlich konnten wir uns jetzt auch noch einmal
mit den uns noch fehlenden neueren Faltblättern der Reedereischiffe versorgen. Ein Taxi brachte uns mit
unseren Modellkisten wieder zum Fähranleger zurück. Aus meiner Sicht hätten
wir fast keine Fähre benötigt, schwebten wir doch aufgrund der vielen Zusagen
fast auf Wolke sieben! Während der Überfahrt nach
Stavanger telefonierte Peter mit Terje Moen,
einem Mitgestalter einer riesigen Schiffsbilderdatei, die man im Internet unter
TERMALOMA.com einsehen kann an. Wir trafen uns auch sofort an der Kai, zeigten
erst einmal unsere Modelle und verabredeten uns zum nächsten Tag. Selbstverständlich feierten
wir diesen herrlichen Tag entsprechend! Rechtzeitig machten wir uns
dann am Sonnabend zu unserer Verabredung auf der Basis Dusevik auf. Hier lernten
wir noch zwei Kollegen der Termaloma-Gruppe kennen. Beide sind auf dem Offshore-Schiff „SEAWAY FALCON“
als Offiziere beschäftigt. Unser Ziel war jetzt das in China gebaute
Offshore-Schiff „BOA DEEP C“. Ein Schiff mit der sagenhaften Länge 127 mtr.
Dieser Neubau stellte sich hier auf seiner Jungfernfahrt vor. Leider kamen wir,
da auch hier inzwischen gewisse Sicherheitszonen eingerichtet sind, nicht direkt
an das Schiff heran. Doch auch so kamen wir zu ganz passablen Fotoaufnahmen.
Persönlich kam ich gar nicht mehr aus dem Staunen, dachte ich doch immer, mein
nächstes Modell, die „NORMAND PROGRESS“ wäre ein Gigant, wurde ich hier
eines Besseren belehrt.
In Stavanger trennte sich
jetzt erst einmal unsere Gruppe bis zum nächsten Tag. Wir, der Peter und ich,
machten uns auf den Weg zur „NORMAND
PIONEER“ dem Schwesterschiff der „NORMAND PROGRESS“ um noch die mir
fehlenden Ecken des Schiffes zu fotografieren. Auch hier war nur Dank der
Reedereiempfehlung der Zugang an Bord möglich! Wir bekamen einen Bordausweis
und eine Begleitperson während des Rundgangs. Von hier ging es jetzt zur
„EDDA FJORD“ ein PSV-Neubau, auch wieder ein Schiff zum Verlieben. Da wir
nicht an Bord kamen, fotografierten wir eben von der Pier. Im Laufe der Tage
sahen wir uns auch die
Offshore-Schiffe „STRILBORG“,
„OLYMPIC POSEIDON“ und die „STRIL NEPTUN“ an. Unser nächstes Schiff war
jetzt die „BALDER VIKING“ wieder ein Schiff von besonderer Schönheit. Sehr
auffällig der gelb/schwarze Anstrich des Rumpfes sowie die gelben Aufbauten.
Als wir vor dem Schiff ein Mannschaftsmitglied fragten ob Peters Bekannter an
Bord wäre, bekamen wir zu hören, es hat ein Mannschaftswechsel stattgefunden
und oben steht der jetzige Kapitän. Nachdem wir uns vorstellten, zeigte uns der
Kapitän nicht ohne Stolz persönlich sein
recht imposantes Schiff. Das Schiff vom Typ „KMAR 808 ICE“, gehört zu einer
Serie von drei Schiffen und wurde auf der Kværner Leirvik AS, Stord, 2000
gebaut. Das Schiff mit der stattliche Länge von 83,70 m, Breite von 18,00 m mit
einer Maschinenleistung von 18 300 BHP erreicht eine Geschwindigkeit von 16 kn.
Eine 400 t Winde sowie ein Pfahlzug von 200 t, sagen doch einiges über diesen
Schiffstyp aus. Stolz berichtete uns der Kapitän, wenn das Schiff im Winter im
Eiseinsatz der Ostsee arbeitet, fährt dieser Versorger bei einer Eisdicke von
60 cm mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von 12 Meilen.
Nachdem uns der Kapitän zum
Essen eingeladen hatte, wurde der Rundgang fortgesetzt. Nachdem wir jetzt so
manchen Filmstreifen verbrauchten sowie
einige Fotos geschossen hatten, verabschiedeten wir uns vom Kapitän des
Schiffes. Hier hatten wir eine Schiffsführung der besonderen Art erleben dürfen! Dass wir auf der Rückfahrt
zur Hütte noch schnell einige andere Offshore-Schiffe von der Pier
besichtigten, ist, ja fast selbstverständlich. Der Sonntag versprach vom
Wetter her nicht all zu viel. Zum Glück hatten wir jetzt eine Einladung
der beiden Bordoffiziere auf der „SEAWAY FALCON“, das wir selbstverständlich
unsere Modelle mitbringen mussten, war natürlich klar. Da wir nicht die schmale
Gangway des Schiffes erklimmen
wollten, nutzten wir den Überstand eines Pierschuppens. So nach und nach
stellten sich doch einige Sehleute des Schiffes. Auch hier wieder sehr
viel Lob und Anerkennung. Eine besondere Augenweide
war für mich der auf der Pier
abgelegte Originalpflug der „FAR SOVEREIGN“. Die bisher mir
bekannten Bilder dieses Pfluges hatten mir nie die gewaltigen Dimensionen
vermittelt. Allein diese Sonderausrüstung des nächsten, von Peter geplanten
Modells, erregten bei mir doch schon ein kleines bisschen Mitleid gegenüber
Peter. Für diesen Pflug muss, wird er in Peters Bauqualität erbaut, mehr Zeit
aufgewendet werden, als für so manches mir bekannte sog. Spitzenmodell mancher
Wettbewerbe in Deutschland! Da das Wetter immer ungemütlicher
wurde, verstauten wir unsere Modelle und begaben uns an Bord der “SEAWAY
FALCON“. Hier zeigte uns Jan seinen Arbeitsbereich auf der Brücke. Da
inzwischen auch schon wieder zum Mittagstisch gerufen wurde, nutzten wir auch
diese Möglichkeit und konnten auch diesem Koch ein hohes Lob aussprechen. Danach führte Jan uns im
Laufe der nächsten Stunden über das Schiff und zeigte uns die verschiedenen
Fertigungsanlagen, Maschinenraum und Werkstätten des Schiffes. In voller
Besatzungsstärke sind hier mehr als 140 Personen tätig. Auch hier vergingen
die Stunden wie im Pfluge und allmählich rief auch schon wieder unsere Hütte.
Trotz des ungemütlichen Wetters wieder ein gelungener Tag! Am Montag machten wir uns auf den Weg um mit unseren Schiffen endlich auf norwegischen
Gewässern zu SCHIPPERN.
Nach ca. 30 Km außerhalb Stavangers fanden wir endlich das für uns ideale Gewässer.
Innerhalb weniger Minuten schwammen unsere Modelle auf dem Wasser. Peter meinte,
jetzt ist auch sein letzter Schritt am Modell erledigt. Seine Marotte ist,
grundsätzlich müssen seine Modelle auf den heimischen, sprich nordischen Gewässern
einmal „SCHIPPERN“!
Nach vielen Film- und
Fotoaufnahmen stellte sich auf der „NORMAND NEPTUN“ eine gewisse Schräglage
ein, die sich dann auch tatsächlich als Wassereinbruch entpuppte. Der Grund war
natürlich schnell erkannt, hatte Peter doch sein hinteres Deck
(Hauptdeck) nicht entsprechend vor der Fahrt abgedichtet. Meine sofortige
Überprüfung der „STRIL POWER“ beruhigte mich
doch ungemein, kein Wassertropfen im Schiff. Da im Laufe der nächsten
Zeit sich jetzt doch größere
Wellen aufbauten, beendeten wir dann endgültig unser „SCHIPPERN“ und
brachen in Richtung Stavanger auf. An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf
das erhabene und besondere Gefühl beim „SCHIPPERN“ auf dem See,
welches der Peter und ich hatten, hinweisen. Der eine oder andere Gedanke,
jedenfalls bei mir, war doch auch ein Rückblick auf unsere Baujahre am Modell. Natürlich schauten wir uns
jetzt auf der Stavangerbasis noch einige Offshore-Schiffe an und erreichten
wieder am späten Abend unsere Hütte. Da es unser letzter Abend in Stavanger
war, genossen wir diesen Abend ganz besonders. Am Dienstag hieß es dann
Abschied nehmen. Nach einer kleinen „Hafenrundfahrt“ traten wir jetzt
die Rückfahrt Richtung Kristiansand an. Sind wir auf der Hinfahrt nach
Stavanger noch auf dem direkten Weg gefahren, wählten wir nun den kleinen Umweg
über den „FLEKKEFJORD“. Ein unbedingtes Muss, sollte sich jemals ein
Urlauber in diese Gegend verirren. Eine sehr karge, aber unwahrscheinlich schöne
Landschaft mit sehr enger Straßenführung, wobei natürlich einige 100 Höhenmeter
überwunden, bzw. runtergefahren werden mussten. Ca. in der Mitte der Strecke
machten wir Rast genossen den herrlichen Ausblick auf den Jøssingfjord. Dieser
Fjord ist während des WK II. durch das sog. Altmark-Drama am 16.Febr. 1940
dadurch berühmt geworden, als das der britische
Zerstörer „COSSACK“ in dem zum damaligem Zeitpunkt noch neutralem
norwegischen Gewässer unter Bruch der norwegischen Souveränität, die
britischen Gefangenen auf der „ALTMARK“ befreiten. Dieser für uns kleine Umweg
hat sich gelohnt, haben wir doch hier wieder einmal sehr viel Norwegen
inhaliert! Rechzeitig trafen wir nun an
der Fähre ein, die sich aber leider mal wieder über eine Stunde wegen
Wartungsarbeiten an der Maschine verspätete. Das war insofern nicht so
prickelnd, hatten wir doch vor, von Hirtshals sofort die Heimfahrt anzutreten. Um 01.15 h fuhren wir jetzt
in Richtung Peters Heimat, mussten jedoch wegen eines größeren Unfalls auf der
Autobahn diese verlassen. Dank Peters Orts- und einiger dänischen
Sprachkenntnisse, fanden wir jedoch bald wieder unseren Weg und trafen kurz nach
04,00 h im Haus ein. Von dort fuhr ich jetzt die restlichen 200 Km
Richtung Hamburg in einem Rutsch durch und traf um kurz nach 06,00 h bei mir zu
hause ein. Jetzt noch schnell den Wagen entladen und gegen 07,00 h im Bett zu
liegen, war doch schon ein schönes Gefühl. Als Fazit dieser Reise kann
ich nur sagen, es hat sich riesig gelohnt, mit einem Partner mit dem ich jeder
Zeit solch eine Reise wiederholen würde! |
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ne
Meine Einladung auf dem schwedischen Eisbrecher „ODEN“
Der Anlaß zu dieser Einladung war die Vorbereitung und die Verabschiedung in Göteborg zu einer Forschungsfahrt der „ODEN“. Die Polarforschungsfahrt, zwischen Grönland und den Inseln Island, Jan Mayen an Svalbard (Spitzbergen) vorbei bis an die Eisgrenze der Artic, findet vom 20. April bis 7. Juni 2002 unter dem Titel „ARCTIC OCEAN 2002“ statt. Mehr als 40 Wissenschaftler mit dem nötigen Gerät schifften sich zu diesem Anlaß auf die „ODEN“ ein.
Rechtzeitig
zu Anfang des Jahres rief mich der Herr Backman (Kapitän und Direktor)
der schwedischen NATIONAL MARITIME ADMINISTRATION aus Norrköpping mit
der Bitte an, unbedingt mit meinem Modell „ODEN“ nach Göteborg zu
kommen. Herr Backman beschaffte mir 1994 die Pläne der „ODEN“ und
ebnete mir den Weg zum Besuch des Schiffes im Mai 94. Im weiteren
Gespräch bekam ich zu hören; der ehemalige Kapitän/Kommandant Ulf
Christenson der „ODEN“ (inzwischen Rentner) ist der verantwortliche
Organisator im Auftrage der Gesellschaft, für die gesamte
Veranstaltung. Das selbstverständlich meine gesamten Kosten wie: Hotel
und Fährtickets übernommen werden, floss dann so nebenbei ein. Meiner
Bitte, nicht erst am 18.April, sondern schon am 16. April in Göteborg
zu erscheinen, wurde selbstverständlich entsprochen. Alles übrige
klärte ich dann selbst mit dem Ulf Ch. ab. Nach diesem Gespräch kam
ich mir wie auf einer Wolke getragen vor! Hier haben sich die losen
Kontakte,
die ich während der 6 jährigen Bauzeit Mai 1994 – Mai 2002,
mit über 5 000 Hobbystunden am Modell zubrachte, noch einmal als
Dankeschön der Gesellschaft an mich ausgezahlt! Während der gesamten
Bauzeit informierte ich ständig die Herren Backman und Christenson
über den Baufortschritt meines Modells.
Selbstverständlich besuchte mich der Ulf Ch. 1999 mit seiner
Frau und informierte sich über den Bauzustand des Modells. Dazu sei
noch gesagt; Die Baupläne der „ODEN“ sind nur einmal offiziell für
mich freigegeben worden, dieses wurde mir noch einmal jetzt in Göteborg
versichert! Um sich in etwa ein Bild vom Originalschiff „ODEN“ zu
machen einige Daten: Die Länge: 108 mtr., Breite in der Räumschulter
31 mtr., Breite am Rumpf 25 mtr. bei einem Tiefgang von 8 mtr hat das
Schiff ein Displacement von 13 000 tons. Mit den 24 500 hp läuft das
Schiff mit 17 Knoten. Bei einer Eisstärke (Ostseeeis) von 1,8 mtr.
läuft das Schiff noch ca. 3 Knoten. Grundsätzlich sollte man jedoch
wissen, das Articeis ist acht Mal härter als Ostseeeis. Das Schiff hat
einen Pfahlzug von 240 tons, eine Zugleistung die von ganz wenigen,
reinen Hochseeschleppern, überboten wird.
Rechtzeitig
wurden mir die Tickets der Fähre zugeschickt. Am Montag den 15. April
ging für mich die Fahrt nach Kiel los. Gegen 18.00 h schiffte ich mich
auf der „STENA SCANDINAVICA“ ein und pünktlich um 19.30 h legte die
Fähre in Richtung Göteborg ab. Am Dienstag 09.00 h legten wir in
Göteborg pünktlich an. Die nötigen Zollformalitäten
waren schnell erledigt. Am Ausgang wartete Ulf Ch., die
Wiedersehensfreunde war entsprechend herzlich. Dann fuhren wir zu meinem
schon gebuchten Hotel OPALEN. Mein Hotel gehört zur bekannten
Scandic-Kette, in dem ich ein richtiges Wohlfühlzimmer belegte!
Nach
dem Einchecken im Hotel fuhren wir sofort zur „ODEN“ auf der anderen
Seite des „Göta Älv“ (Hafen). Hier war natürlich schon von weitem
der riesige Brückenaufbau/Schornstein der „ODEN“ zu sehen. Als ich
jetzt die „ODEN“ nach acht Jahren wiedersah, musste ich doch erst
einmal tief durchatmen! Es war ein sagenhaftes Gefühl, wieder das
Original zu sehen bzw. zu betreten. Ich denke, nachvollziehen kann es
jeder Modellbauer, der schon einmal einen solchen Kraftakt im
„SCHIFFSMODELLBAU“ betrieben hat!
Da wir ja schon angemeldet waren, stellte ich mich dem Kapitän
Anders VIKSTRÖM sowie dem Staffkapitän Tomas ARNELL und den Offizieren
vor. Jetzt holte ich mein Modell, das Positiv und die Negativform an
Bord und stellte mit den üblichen Fotounterlagen in der Offiziersmesse
für drei Tage aus. Die Fragen der Besatzungsmitglieder sowie der ersten
eingetroffenen Forscher der Fahrt zum Bau der „ODEN“ konnten hoffe
ich, alle befriedigt und beantwortet werden. Ich glaube, es ist
nachvollziehbar, wenn ich behaupte, dieses Lob von diesen Fachleuten mir
mehr bedeutet und mit Stolz erfüllte, als alle bisherigen sog.
Wettbewerbe der Vergangenheit. Das ich während der gesamten Tage auf
dem Schiff durch den Koch verpflegt wurde, muss, , nicht extra erwähnt
werden.
Während
der nächsten Stunden und Tage, konnte ich mich von recht vielen
schiffbaulichen Veränderungen der „ODEN“ zu 1994 überzeugen. Ganz
gravierend war für mich; der Unterwasseranstrich (weißgrau) war ein
Meter nach oben, also von 8 auf 9 mtr. gestrichen. Die Plimsollmarken
sowie Ahminge waren erhaben aufgeschweißt und wie mir A. Backman sagte;
sehr ungern und recht teuer. Teuer aus dem Grunde, das Unterwasserschiff
ist mit einer Emailleähnlichen Farbe, die den besonderen Ansprüchen
bei Eisfahrten standhalten, angestrichen. Diese fehlenden Marken
hinterfragte ich ja schon bei meinem ersten Besuch 1994 und bekam zur
Antwort; sie würden bei der Eisfahrt abscheuern. 1996 wurden sie von
der N V (Norske Varitas), der norwegischen Klassifizierungsbehörde
durchgesetzt. An größeren Umbauten waren jetzt noch; Vor dem Brückenaufbau
auf der Back war jetzt ein ganzer neuer Aufbau gesetzt, in dem die
Laboratorien der Forscher untergebracht waren. Um dem Ganzen noch die
Krone auf zu setzen, stellte man obenauf noch eine Reihe Container. Vier
kleine Kräne mit 0,25 to Hubkraft wurden
auf den verschiedenen Decks installiert. Ein kleineres
Verkehrsboot mit Ruhelager kam auf die Backbordseite. Unter dem Hely-Deck wurde eine Inertgaszentrale eingerichtet. Das ehemals bunte
Hely-Deck hatte lediglich nur noch ein weißes H. Ansonsten kamen noch
etliche Antennenveränderungen und Lüfterinstallationen dazu. All diese
Veränderungen werde ich zwar nicht mehr ändern, fotografierte und
filmte sie jedoch mit knapp 200 Aufnahmen für mein „ODEN“ –
Archiv. Meine „ODEN“ bleibt im Bauzustand 1994! Für mich war es
auch sehr befriedigend zu sehen, in welch sauberen Zustand sich das
Schiff befindet, sagt doch auch das etwas über die Schiffsführung aus!
Da ich ja selbst aus dem Bereich Seefahrt (sechs Jahre Fahrenszeit)
komme, kann ich dieses ja auch beurteilen. Das sich freie Bewegen auf
dem Schiff habe ich wirklich genossen!
Da
ich ja wie gesagt noch einige Zeit bis zum eigentlichen Festakt hatte,
besuchten der Ulf Ch. und ich das an der Hafen-Avenue befindliche „Göteborgs
Maritima Centrum „Världens STÖRSTA fartygsmuseum“ neben dem
Opernhaus. Da hier 13 Originalschiffe vom richtigen Frachter,
Feuerschiff, Zerstörer, U-Boot bis hin zum Monitor, eine sehenswerte
Flotte liegt, sagen die Schweden; das Museum zählt zu den größten
seiner Art der Welt.
Der
zweite Besuch fand auf einer Werft statt, auf dem ein Ostindienfahrer,
die „GÖTHEBORG“ das Flaggschiff der Swedish East India Companie um
1745 mit Art ABM-Maßnahmen nachgebaut wird. Inzwischen haben ja einige
Länder solche Maßnahmen ergriffen, ich glaube, hier kann jeder
interessierte Schiffbauer doch einiges erlernen. Hier konnten wir den
schon recht fortgeschrittenen Bau des Schiffes bewundern. In den Nebenräumen
waren etliche Personen mit den Holzschnitzereien, Seil - und Blockherstellung
sowie der übrigen Ausrüstungsbedarfe beschäftigt. Die Atmosphäre in
diesen Räumen war ähnlich wie die in Lelystad (Niederlande), einfach
fantastisch! Jeden Göteborg-Besucher kann ich einfach nur empfehlen,
sich diese beiden Besuche zu gönnen.
Während
des Dienstags und Mittwochs wurden auf der Pier, genau vor der
„ODEN“ die ersten Festzelte, 4 Flaggenstangen sowie ein 7 x 12 mtr.
großes Wasserbecken aufgebaut. Ca. 45 m³ Wasser mussten in das große
Becken für eine vernünftige Wasserhöhe eingelassen werden.
Selbstverständlich wurde der Göteborger Modellbauclub „VARVSHISTORISKA
FÖRENINGEN“ zu den Wasservorführungen eingeladen. Hatten wir zuerst
nicht den richtigen Draht zueinander, ich denke hier spielte der Rummel
um meine „ODEN“ eine kleine Rolle, gab sich dieses im Laufe der nächsten
Tage. Das zeigte sich auch im Besonderen auf dem Wasser. Das selbstverständlich
alle Kommandanten der „ODEN“ wie: A. Vikström, T. Arnell, U.
Christenson sowie A. Backman das Modell fernsteuern mussten, war ja wohl
einfach ein Muß! Hatten die Herren zuerst doch ein bisschen Bammel vor
der Fernsteuerung, legte sich dieser bald nachdem ich erklärte, das
Modell fährt fast identisch wie das Original. D.h. durch das Gewicht
von 13 Kg, braucht auch das Modell eine Strecke zum Stillstand. Als
dieses verstanden war, fuhren diese Kapitäne mit meiner „ODEN“
perfekt, sogar vorsichtige Anlegemanöver klappten hervorragend. Für
mich war dieses eine hervorragende Werbung für unseren
Schiffsmodellbau. Der Liebling der Frauen
und Kinder war aber einmal wieder mein kleiner Schlepper
„GARANT“. Dieses kleine Modell nur 35 cm lang und einem Gewicht von
unter 700 Gramm, sah natürlich obwohl im gleichen Maßstab gebaut, zur
„ODEN“, wie ein Winzling aus. Im Nachhinein war ich froh, auch
dieses Kleinstmodell mitgenommen zu haben. Der Donnerstag wurde von mir
mit den Modellen entsprechend genutzt!
Am
Freitag kamen jetzt Dutzende von Schulklassen, die mit Bussen herangefahren wurden, zu
Besuch. Auch diese Kinder wurden durch eigens dafür geschultes Personal
der Gesellschaft in Gruppen über das Schiff geführt. Zeitweise dachte
ich, das Schiff ist wohl überfüllt. Im Laufe des Tages änderten sich
die Gruppen dann altersmäßig. In diesen Stunden hatte ich auch
besonders viel zu beantworten und zu erklären. Erstaunlich für mich
war auch die Feststellung, daß sehr viele Schweden, auch junge, mich
auf deutsch anredeten. Immerhin reichten meine sog. Englischkenntnisse
zumindest soweit, um mich verständlich zu machen.
Im
Lauf dieses Tages bzw. besonders am Sonnabend, stellten sich einige
Herren vor, die entweder direkt auf dem Schiff schon gearbeitet oder
damit zu tun hatten. So wurde mir der Konstrukteur der „ODEN“ genau
so vorgestellt wie der Werftmaler und der Sektionsleger von der
Kiellegung 1987. Im Laufe der Tage summierten sich doch diese
Vorstellungen, so daß mir am Ende der Tage jeweils doch der Kopf
rauchte. Im Nachhinein möchte ich noch einmal betonen; es hat mir einen
riesigen Spaß und Freude gemacht! Auf keinen Fall hätte ich das ganze
drum und dran missen wollen!
Im
Laufe des Sonnabends wurden in einigen Festzelten das Büffet
aufgestellt und die Kapelle traf ein. Nachdem das Büffet geplündert
war, d.h. man einigermaßen zugegriffen hatte, begann der Folkloreteil
des Tages. Eine eigens aus Grönland eingeflogene Folkloregruppe brachte
die Stimmung auf den Punkt, wobei natürlich auch ein Gruppenspiel mit
den Gästen und dem Schiffspersonal nicht fehlen durfte. Es soll von
dieser Veranstaltung in den Medien auch sehr ausführlich berichtet
worden sein. Leider bekam ich davon nichts mit, hatten doch der Ulf Ch.
und ich uns einen netten Herrenabend am Freitag gegönnt, quasi meine
Verabschiedung gefeiert. Ich hatte mir zwar schon die Stadt (2. größte
Stadt Schwedens mit ca. 500 000 Einwohnern) beim Stadtbummel angesehen,
wurde am Abend jedoch richtig eingeweiht. Da wir ja nicht mehr die jüngsten
sind, beendeten wir den Abend etwa um Mitternacht.
Da
die „ODEN“ am Sonnabend zu ihrer wissenschaftlichen Fahrt
gegen 15.00 h auslaufen sollte, wurden von den verantwortlichen
Herren der „ARCTIC OCEAN 2002“
Tour, der Eisbrechergesellschaft und dem Kapitän des Schiffes noch
einige Abschieds- und Informationsreden am Mikro gehalten. Für mich ein
persönlicher Höhepunkt: Herr Anders Backman, Direktor der
Eisbrechergesellschaft, bedankte sich auf deutsch am Mikro für mein
Kommen mit der „ODEN“. Ich denke, diese Einladung hat wesentlich
mehr für mein Hobby und Werbung für den SMC-Hamburg, gebracht als die
sog. Wettbewerbe.
Pünktlich
trafen die Schlepper ein. Die Festmacherleinen der Schlepper gingen aufs
Schiff und dann legte die „ODEN“
unter den Musikklängen der Kapelle ab und verließ mit
Wasserfontänen und Typongetöse der Hafenfahrzeuge den Göteborger
Hafen.
Im
Laufe der nächsten Stunde verabschiedete ich mich von den verschiedenen
Personen und bedankte mich noch einmal bei allen für Ihre Fürsorge und
ihre nicht so selbstverständliche Gastfreundschaft! Persönlich glaube
ich auch einfach und diese Erfahrungen habe ich im laufe meines Lebens
gemacht, so wie man in den Wald hinein ruft, schallt es zurück! Mein
besonderer Dank gilt verständlicherweise jedoch dem Ulf Christenson mit
seiner Frau Ing-Marie.
Gegen 18.00 h schiffte ich wieder auf der STENA SCANDINAVICA ein. Punkt 19.30 h legten wir ab und trafen am Sonntag den 21. 04.02 um 09.00 h in Kiel ein. |
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Norwegentour
einer kleinen Offshoregruppe 2002
Rechtzeitig im Jahr 2001
wurde diese Norwegentour für das Jahr 2002 geplant und fand dann auch vom
30.08-8.09.2002 statt. Jedoch muss ich darauf hinweisen, daß eine große
Organisation von seitens Peter und Jörg im Vorwege geleistet
wurde. Da man nach Norwegen ja nur entweder mit dem Schiff oder Flugzeug kommt,
wählten wir den Wasserweg, d.h. mit der Fähre von Kiel nach Oslo. Von dort
ging es ca. 600 Km auf der E 6 in Richtung Lijehammer und ab Dombås auf der E
136 weiter nach Ålesund. Die schon lange gebuchte Hütte auf dem „Prinsen
Campingplatz“ wurde dann im Laufe des frühen Abends erreicht, wo uns Peter mit
seiner Frau schon erwartete. Auch
diese Hütte wie die nächste, die wir ab Mittwoch bei Ulsteinvik bezogen, war
im Vorwege bestellt. Das Ziel unserer Reise war, wir wollten uns bei den verschiedenen Werften und
Zulieferunternehmen in Erinnerung bringen, bzw. neue Kontakte knüpfen und der für
mich wichtige Grund, die Baupläne meines nächsten Modells, die der „NORMAND PROGRESS“ zu bekommen Die
Eintrittskarten für diese Betriebe waren zum Einen von unserer Seite unsere IOS
(INTERNATIONAL OSV SOCIETY) Broschüre und zum Anderen die von Peter
gebaute zu 90 % fertige „NORMAND NEPTUN“ 1:75 und meine zu 65 % fertige „STRIL
POWER“ 1:75. Der ausfahrbare Thruster der „SCANDI STORD“ 1:75 von Jörg vervollständigte unsere Vorzeigeobjekte. Das diese Rechnung
aufging, erkannten wir im Laufe unserer Besuche in Norwegen.
Das wir durch die
rechtzeitigen Anmeldungen und den guten Kontakten von Peter und Jörg
sehr offen und sogar überaus herzlich empfangen wurden, möchte ich
hier noch einmal besonders hervorheben. Im Laufe der Besuche mussten wir immer
wieder unsere Modelle vorführen, d.h., da ich meine Funkfernsteuerung
mitbrachte, den „SWING UP – Thruster“ ein- und ausfahren,
die Ruderanlage mit den „FLAPS“ (ähnlich dem Beckerruder), die
Schraubenanlage sowie die Bug- und Heckthruster vorführen. In einigen Häusern
sorgten sogar die Projektleiter und Marketingleiter dafür, dass alle
Mitarbeiter aus den verschiedenen Etagen unsere Modelle ansehen konnten. Bei
„Rolls Royce“ wurden wir sogar gebeten, nach dem Mittagessen unsere Modelle
der Belegschaft in der Kantine vorzuführen bzw. zu erklären! Nicht selten
staunten sogar die Konstrukteure dieser Objekte denen wir jetzt im Modell, 75
mal verkleinert, ihre Entwürfe vorführten. Die Pläne zum Bau meiner „STRIL
POWER“ bekam ich doch vor einigen Jahren von „Ulsteinverft“, heute von
„Rolls Royce“ übernommen. Der für mich wichtige Teil
des Norwegenbesuches, die Pläne für mein nächstes Modell zu besorgen, ist
Dank unserer vorgezeigten Modelle von Seiten der maßgeblichen Werftleute mit
einer festen Planzusage erfolgreich verlaufen. Allerdings auch mit dem Hinweis,
ohne unsere Modelle hätten wir nichts bekommen. Hier haben sicherlich die sog.
Plansammler dazu beigetragen die ehemals hilfsbereiten Werften und Reedereien zu
verärgern, leider! Mir sind einige Plansammler bekannt, die große Stapel von
Plänen haben, aber auf keinen Fall jemals ein Modell davon bauen. Im Laufe der knappen Woche
besuchten wir 12 Werften und
Konstruktionsbüros. Mit Urlaub hatte dieser Trip sicherlich nichts zu tun, aber
der Modellbau unserer Gruppe ist auch
nicht mit dem üblichen Schiffchenbasteln zu vergleichen! Den Sonntag, Büros und
Reedereien haben ja
auch in Norwegen keinen Betrieb, nutzten wir zu einem
Ausflug zum Geiranger-Fjord. Die relativ kurze Strecke konnten wir in einem PKW
fahren. Bei dem kleinen Städtchen Linge setzten wir in einer knappen Stunde Fährfahrt
nach Eidsdal, einer schon größeren Stadt, über. Endlich nach wenigen
Kilometern hatten wir den ersten Einblick in den Fjord. Wer in dieser Gegend
ist, sollte auf jeden Fall diesen Fjord besuchen. Selbstverständlich nutzten
wir auch den Fototreffpunkt aller Besucher. Für mich, der diesen Ausblick das
erste Mal zu sehen bekam, ein einmaliges Erlebnis. Eines sollte man allerdings
wissen, Entfernungen in Norwegen müssen häufig durch Fjordfähren verkürzt
bzw. teuer bezahlt werden. Die einmalige norwegische Landschaft entschädigt
jedoch allemal und hat mich inzwischen auch zu einen Norwegenfan gemacht. Auf
der Rückfahrt schauten wir uns Peters fantastisch gelegenen Hüttenplatz bei Valldal an. Hier waren Sie von einem gut betuchten norwegischen
Freund für einige Tage eingeladen. Man konnte richtig neidisch auf solch einen
Freund sein, aber eben jeder so wie er es verdient!
Im Laufe der Woche, es
regnete sehr stark, nutzten wir die Gelegenheit um das Ålesund Aquarium im
Atlantic See-Park zu besuchen.
Dieser Park liegt in Tueneset, ca 3 Km westlich von Ålesund. Mit fast 4 000 m²
Publikums- und Ausstellungsfläche sowie 6 000 m² Freifläche, zählt dieses
Aquarium zu den größten Europas. Die großen Landschaftsaquarien zeigen die
Tierwelt des Atlantiks vom Norden bis zum Süden. Der Eintrittspreis von 85 NOK,
der zwar im ersten Moment recht teuer erschien, sich aber im Nachhinein, als
durchaus berechtigt erwies, stellte dann auch kein weiteres Problem dar.
Immerhin verbrachten wir hier einige Stunden, die wir nicht bereuten. Das die Tage wie im Fluge
vergingen, muss nicht extra erwähnt werden. Da Peter über Schweden und Dänemark
zurück fuhr (20 Autostunden), klingelte am Sonnabend um 4.30 h für Jörg und
mich der Wecker. Mussten wir doch die Fähre um 6.00 h bekommen. Dann folgten
wieder ca. 600 Km bis nach Larvik dem Verbindungshafen nach Frederikshavn (Dänemark).
Da wir sehr zügig die Km.
zurück legten, hatten wir reichlich Zeit für einen Abstecher nach Brevik. Die
ca. 30 Km haben sich noch einmal gelohnt. Hier lagen einige Schlepper, neue
sowie alte, die wir natürlich auch vor die Linse nahmen. Jörg konnte noch
einige Versorgeraufnahmen mitnehmen, sodass wir nun endlich befriedigt unsere
Heimreise antraten. Da wir morgens um 8.00 h in
Frederikshavn fast ausgeruht ankamen. Legten wir die restlichen Km. in gut 5
Std. bis nach Hamburg zurück.. Nach dem Essen musste Jörg dann allerdings noch
nach Gütersloh fahren. Das Fazit zu diesem Urlaub
kann nur heißen; es hat riesig Spaß mit dieser Gruppe gemacht, auch wenn es
anstrengend war! Vielleicht regt es ja auch den einen oder anderen Modellbauer
dazu an, ähnliches zu unternehmen. Auch von dieser Seite betrachtet, kann
Modellbau fantastisch sein! |
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Unternehmen OFFSHORE in Norwegen vom 5.-14.05.2000
Lange
bevor das Unternehmen OFFSHORE 2000
begann, waren erhebliche Vorarbeiten, die zum großen Teil von Peter und Jörg zu erledigen waren, abgeschlossen. D.h. es wurde die Fähre Hanstholm
(DK) / Egersund (N) für die Hin.- und Rückfahrt gebucht. Ein Kleinbus in Gütersloh
gemietet und unsere Hütten in Olbergstranden am Wasser bzw. beim Flughafen SOLA
gebucht werden. Peters Frau ließ es sich nicht nehmen uns unser Proviant
zusammenzustellen, das war, wie man sich leicht vorstellen kann, keine leichte
Arbeit. Mußten doch sechs mittelschwere recht männliche Personen in Norwegen
überleben. Jeder der sich in Norwegen auskennt, weiß, Proviant ist sehr teuer?
Am 5.05. begann das Unternehmen OFFSHORE 2000 für mich damit, daß Jörg aus Gütersloh kommend, mich abholte. Hier möchte ich mich im Vorwege schon recht herzlich bei unserem Taxifahrer Jörg bedanken, hat er doch während des gesamten zurück gelegten Kilometer, immer den Weg gefunden und uns heil zurück gebracht. Am frühen Abend kamen wir an Peters Wohnort an, machten uns einen gemütlichen Abend bei allerlei Fachsimpeln und einem vorzüglichen Abendessen. Recht früh begaben wir uns zur Ruhe, da der nächste Tag um 05.00 h begann. Pünktlich zur vorgegebenen Zeit erschienen jetzt noch unsere beiden Mitfahrer Jörg aus Neustadt und Andreas aus Lübeck. Kurzes Verstauen der gesamten Ladung und ab ging die Fahrt in Richtung Hanstholm. Gute 4 Stunden später erreichten wir bei herrlichem Wetter unsere Fähre und konnten nach dem Einschiffen auf der „BERGEN“ die nächsten 7 Stunden genießen. Abends um 19.15h erreichten wir Egersund, fuhren noch 2 Stunden bis zu den Hütten und hatten dann endlich Zeit, ausgiebig den aus Aberdeen eingeflogenen James, unseren sechsten Teilnehmer zu begrüßen. In der ausgelassenen Stimmung störte nur, daß der norwegische Seeleutestreik uns evtl. den einen oder anderen Versorger vorenthalten könnte. Während des Streiks sind die meisten Versorger nach Aberdeen bzw. Esbjerg in (DK) umgeleitet worden. Am Sonntag morgen fuhren wir endlich nach Dusevik. Schon bei der Vorbeifahrt an der Basis Risavika bewahrheiteten sich unsere Befürchtungen. Es war recht wenig OFFSHORE-Betrieb. Nicht ein Schiff lag vor Ort. In Dusevik lag ein alter Bekannter die „HAVILA HIDRA“, ansonsten kein Betrieb außer Streikposten die uns den Streik noch einmal erklärten. Da wir uns sowieso noch mit verschiedenen OFFSHORE-Ausrüstungen befassen wollten, nutzten wir jetzt die Gelegenheit um auf dem riesigen Areal Fotos von den riesigen „Bruce“ -Ankern (15 to mit gut sechs mtr. Flunkenbreite und einer Höhe von 5,65 mtr.), ROV’s, Bojen, Sinkers, Ketten, Chasers, Fender, Drähte usw. zu schießen. Die Dimensionen der einzelnen Geräte erkennt jedoch der Laie erst, wenn er davor steht. Die riesigen Sharkanker haben inzwischen ein Gewicht bis zu 65 to. und eine Flunkenbreite mit gut 10 mtr. Der Sonntag verlief wie im Flug. Unser gewohnter Optimismus sagte uns, am Montag ist der Streik beendet. Den Montag nutzten wir in sofern aus, indem wir uns die nähere Landschaft ansahen. Für mich, der ja schon einiges an schönen Landschaften gesehen hat, mußte ich feststellen; wer noch nicht in Norwegen war, hat etwas versäumt. Peter zeigte uns eine Landschaft, die wohl mit zu den herrlichsten Flecken der Erde gehören! Ich denke, die einzigartige Ruhe Norwegens spiegelt sich auch bei den Bewohnern des Landes wider. Im Laufe des späten Nachmittags fuhren wir wieder zum Hafen Dusevika, hier stellten wir schon regen Betrieb fest und auf einmal hieß es; Jürgen, Deine „STRIL POWER“ kommt! Ja, ja schöner Spaß dachte ich, dann sah ich sie auf einmal, allerdings etliche Meilen entfernt bei Erprobungen. P.E. nahm sofort über Handy Verbindung mit dem Kapitän auf und bekam zu hören; wir laufen gleich aus, wir haben einen Umbautermin am Schiff im Flekkefjord ca. 150 Km entfernt. Da ich ja schon alle Aufnahmen der "STRIL POWER“ hatte, war es nicht ganz so schlimm, ich muß jedoch gestehen, ich hätte gerne noch einmal einen Bordbesuch genossen. Vielleicht kann das nicht jeder nachvollziehen, für mich gehört so etwas einfach zu meinem Hobby! Am darauf folgenden Tag sahen wir uns erst einmal das Norsk Oljemuseum in Stavanger an. Das Museum ist noch sehr neu und sehr ordentlich aufgebaut. Wird doch hier sehr anschaulich an Modellen oder in Kurzfilmen demonstriert, wie das schwarze Gold der Norweger gefunden bzw. gewonnen wird. Den Stavangerurlaubern ist ein Besuch unbedingt zu empfehlen. Als wir jetzt wieder am Stavanger Hafen ankamen, stach uns sofort ein farblich sehr schöner Versorger, die „TOISA QUEST“ ins Auge. Während wir am Schiff auf und ab liefen, kam ein Besatzungsmitglied und lud uns zu einer Besichtigung an Bord ein. Mit sichtlichem Stolz zeigte er uns sein Schiff. Selbstverständlich durften wir an Bord filmen und fotografieren soviel wir wollten. Auch hier kam es zu interessanten Gesprächen und Informationsaustausch. An der neuen Hafenanlage Grødem, hier wurde ein Teil der „BREND SPAR“ der Shell die ja über Wochen für Schlagzeilen sorgte, mit in der Pier eingebaut. Hier lagen der finnische Eisbrecher „NORDICA“ und ein russischer Halbtaucher MAXITA. Die „NORDICA“ bekam für einen speziellen OFFSHORE-Einsatz eine besondere Haltevorrichtung an die Stb-Seite geschweißt. Im OFFSHORE – Betrieb ist immer wider festzustellen, es wird nicht lange geredet. Wenn es erforderlich ist, wird entweder die Staureling oder gar die Wallschiene abgebrannt und in dem Bereich die nötigen Ausrüstungen verschweißt. Für den Modellbauer ist von daher auch ein bißchen Flexibilität gefordert. Ich lege mich grundsätzlich im Schiffsausrüstungszustand auf ein Datum fest. Das hilft z. B. bei Bauprüfungen häufig, den sog. Fachleuten den Wind aus den Segeln zu nehmen! Am Mittwoch statteten wir der VIK / SANDVIK GROUP einen Besuch ab. Auch hier wie eigentlich überall bei unseren Besuchen, ein sehr höfliches und interessiertes Entgegenkommen der Werftleitung. Ich denke, das hat aber auch etwas mit dem persönlichen Auftreten zu tun. Da zudem Jörg inzwischen einen persönlichen Kontakt zur Werftleitung hat, war auch dieser Besuch nicht nur eine Formsache. Die Werftleitung führte uns persönlich durch die Abteilungen und verteilte das Informationsmaterial recht großzügig. Eine Insel weiter besuchten wir jetzt auch noch die „DOF–SHIPPING GROUP“. Unter dieser Reedereiflagge fährt ja das neueste, im Bau befindliche Modell vom Jörg. Der Superintendent der „SKANDI STORD“ hatte auch schon wie im letzten Jahr bei der Indienststellung des Schiffes wieder Zeit für uns, zeigte uns voller Stolz die neusten Modelle der Reederei und weihte uns in die Zukunftsaussichten der Werft ein. Auch hier verging die Zeit wie im Fluge. Im Laufe des späten Nachmittags machten wir uns wieder auf den Heimweg. Die zurückgelegte Strecke von ca 500 Km ist auf keinem Fall mit unseren Verhältnissen zu vergleichen. Wir mußten insgesamt 6 x die Fähre benutzen und durch verschiedene Tunnel fahren. Daß der finanzielle Aufwand auch nicht gering war, muß, glaube ich, nicht extra erwähnt werden. Daß wir natürlich noch einmal in Dusevik vorbeischauten, muß, denke ich, nicht großartig erwähnt werden. Hier lagen jetzt die „NORMAND DROTT“ und „SKANDI MØGSTER“ die unseren so erfolgreichen Tag, wieder voll abrundeten. Gegen 24.00 h kamen wir dann auch endlich zur Ruhe. Am Donnerstag nach einem ausgiebigen Frühstück ging es wieder in Richtung Stavanger. Als wir jetzt den ersten Blick auf den Hafen bekamen, staunten wir über alle Maßen, lag doch hier direkt an der Pier einer der größten Versorger der Welt. Multifunktions-offshore-vessel ist in Fachkreisen die genaue Bezeichnung dieses Giganten "NORMAND PROGRESS“. Ein Schiff der Superlative mit den Maßen: Länge 95 mtr., Breite 24 mtr., Tiefgang max. 8,3 mtr. Dieser Gigant wird doch mit der sagenhaften Leistung von insgesamt 27 920 Bhp. angetrieben. Durch den Pfahlzug von max. 304 to kann dieses Schiff mit jeden Bergungsschlepper konkurrieren. Mit einer Windenzugkraft von 500 to. und ein A-FRAME mit der Hebeleistung von 250 to. Das Helideck (26 x 26 mtr) kann Hubschrauber bei bis zu 4° Seitenneigungen aufnehmen. Bei stärkeren Neigungen dient es als Winschdeck.
Nachdem P. Esch beim Kapitän des Schiffes vorstellig wurde, bekamen wir auch sofort die Einladung zum Bordbesuch. Der Kapitän, Herr O. A. Furø selbst, empfing uns auf der Brücke (mit den Maßen eines Tanzsaales) übernahm die Führung an Bord und lies es sich nicht nehmen, uns zum Essen einzuladen. So ganz nebenbei erklärte er uns, das ganze findet jetzt in seiner Freizeit statt. Da wir auch noch einen festen Termin bei der Reederei Møkster ( die "STRIL POWER“, mein nächster Versorger ist ein Schiff dieser Reederei) vereinbart hatten, klinkte ich mich vom Essen aus und fotografierte die "NORMAND PROGRESS“ einmal durch, d.h. ca. 450 Fotos und einige Videometer wurden geschossen. Ich kann nicht ausschließen, daß sich bei mir ein starkes Interesse regte! Bei meiner Modellbauerei ist es so, ich muß ein Schiff mögen, erst dann kann ich auch die nötige Ruhe und Ausdauer aufbringen. Die "NORMAND PROGRESS“ gefiel mir nicht nur auf den ersten Blick! Da mir die Zeit unter den Nägeln brannte und selbst der Kapitän nicht sagen konnte wann das Schiff ausläuft, nahmen Peter und Jörg den Termin bei Møkster war und vergaßen natürlich nicht, mich entsprechend zu entschuldigen. Die Stunden an Bord vergingen wie im Fluge, nicht nur ich, sondern wir alle waren auch von diesem Tage begeistert. Zur Entspannung des Tages fotografierten wir nun noch einige normale Versorger und begossen auch diesen Tag mit einem entsprechenden Schluck aus der Flasche. Am Freitag bekam ich gerüchteweise zu hören, daß man mich wegen dem vorherigen Abend verklagen wollte!? Zu meiner Verteidigung muß ich anführen, ich habe die Flasche nicht besorgt! Insgesamt mußte ich immer wieder feststellen, wir hatten doch alle einen Riesenspaß. Als wir nun in Richtung Stavanger fuhren, sagte auf einmal ein Mitfahrer es fehlt uns eigentlich nur noch die „FAR SOVEREIGN“, meine Antwort war, daß hätte Peter gewußt. Wir kommen um die Ecke was liegt da, Peters nächstes Modell im Original, die „FAR SOVEREIGN“. Hatte Peter bisher seine uns bekannte Ruhe an den Tag gelegt, wurde er jetzt hier doch recht aufgeregt, zumal das Schiff auch gerade Ablegemanöver durchführte. Zum Glück verholte das Schiff nur nach einem Wendemanöver einige Meter weiter. Da Peter auch dem Kapitän vom letzten Jahr her bekannt war, bekamen wir auch sofort die Bordgenehmigung, auch wieder der Empfang durch den Kapitän des Schiffes. Peter, der überglücklich war und einigen Besatzungsmitgliedern sein Modellfotoalbum zeigte, gab mir jetzt noch entsprechende Hinweise bestimmte Ecken des Schiffes zu fotografieren. Also wurden jetzt noch einmal vier 36-er Filme verbraucht und ich bin sicher, während des Baues werden wieder einige Ecken auftreten, die noch nicht richtig fotomäßig belegt sind. Dem normalen Modellbauer mag das schon ein bißchen verrückt vorkommen, aber es ist ja auch nicht Modellbau vorne an, sondern mit größt möglicher Präzision ausgeführt. Dieses zu verstehen bedeutet allerdings auch, es zumindest einmal selbst probiert zu haben. Wie gesagt, jeder Modellbauer legt seine Schwerpunkte selbst fest, dass nicht jeder die entsprechend glückliche oder feine Hand für Modellbau dieser Güte hat, ist auch dem Laien klar! Umso schöner und glücklicher fühlt man sich im Kreise Gleichgesinnter, die von dem selben Modellbauspleen oder Virus besessen sind. Da wir um 14.00 h unseren Fährtermin zur Insel Kamøy wahrnehmen mussten fiel besonders dem Peter der Abschied von seinem Schiff schwer, aber wat mut dat mut. Nach ca. 70 Minuten Fährfahrt kamen wir in Skudesneshavn an und besuchten die Reederei Solstad. Der Eigner, zu dem Peter wieder einen sehr guten, über Jahre aufgebauten persönlichen Kontakt hat, empfing uns und hatte doch tatsächlich in seinem laufenden Geschäft mehr als eine Stunde Zeit um mit uns angeregt zu fachsimpeln. So ganz nebenbei erklärten wir, daß wir die „NORMAND PROGRESS“ besucht hatten und ich evtl. ein Modell davon bauen möchte. Schon offene Türen wurden nach dem Gesprächsverlauf nicht geschlossen, warten wir jedoch die nächsten 2 Jahre erst einmal ab. Nachdem wir auch hier mit dem neuesten Informationsmaterial versorgt wurden, einige Modellfotos fertigten, verabschiedeten wir uns. Da unsere Fähre noch auf sich warten ließ, nutzten wir die Zeit zu einem kleinen aber herrlichen Stadtbummel. Nach der Rückfahrt noch ein kleiner Abstecher in den Dusevikhafen brachte dann wieder eine gewisse Hektik auf. Sahen wir hier gerade wieder Versorger die ausliefen bzw. verholten. Schnell den Nahbereich ausnutzen, rein in den Wagen und mit größtmöglicher Geschwindigkeit zu unserem Fotografierstandort nach außerhalb zu fahren, war immer wieder Jörgs Aufgabe. Jörg meisterte diese Aufgabe gewohnt souverän. Da wir diese Fahrten im Laufe des abends mehrere Male unternahmen, muß für einen evtl. Beobachter der Verdacht gekommen sein, die Deutschen spinnen. Zum Glück hat unser Leihwagen eine Münchener Autonummer. Endlich, gegen 22.00 h kamen wir zum Essen und genossen den letzten Abend in unserer Unterkunft. Am Sonnabend ging es noch einmal wie üblich nach Stavanger. Peter besuchte sein Schiff und wir übrigen machten bei ca. 25° noch einen herrlichen Stadtbummel bzw. genossen das Hafenfest. Die norwegische Marine veranstaltete den Tag der offenen Tür und auf der Pier waren die üblichen Kirmesbuden aufgebaut. Die Preise, die hier verlangt wurden waren zwar ganz schön happig, offensichtlich tat das der ganzen Freude jedoch kein Abbruch. Im Laufe des frühen Nachmittags fuhren wir jetzt in Richtung Egersund zur Fähre. Um 20.00 h konnten wir uns einschiffen, bezogen unsere Kabinen und genossen jetzt die Überfahrt. Endlich konnten wir uns ein Bier mit dem nötigen Essen bestellen. Eine Lifeband sorgte für die gute Stimmung und der eine oder andere Mitfahrer begab sich recht früh in seine Kabine. Gegen 08.00 h kamen wir in Hanstholm an, fuhren jetzt noch in den Hafen von Esbjerg. Hier kamen wir gerade zum richtigen Zeitpunkt an um das Abschleppen einer Maersk-Rigg die „MAERSK GUARDIAN“ mitzukriegen. Ein Schleppzug, mit dem Kopfschlepper (Versorger) „TORM OSPREY“ den man sicherlich nicht oft sieht. Die modernen Versorger haben inzwischen Pfahlzüge, die sogar reine Hochseeschlepper vor Neid erblassen lassen. Dass natürlich noch einige Versorger aufgenommen wurden, erwähne ich nur noch der Formhalber. Da Peters Frau inzwischen schon zu einem festen Termin unser Empfangsessen vorbereitet und ich einen Termin in Hamburg hatte, trennten wir uns schweren Herzens vom Hafen. Fast pünktlich kamen wir im Hause an. Nach dem Umpacken des Gepäcks konnten wir an der festlich gedeckten Tafel Platz nehmen und bekamen ein mehr als fürstliches Essen gezaubert. Allein dieses Essen war schon die Reise wert! Nachdem Jörg mich wieder zu Hause abgeliefert hatte, mußte er ja immer noch bis Gütersloh fahren, ich kann mir vorstellen, er war geschafft! Herzlichen Dank Jörg. Das Fazit: Es hat riesig Spaß gemacht, wir haben unwahrscheinlich viel erlebt und neue Kontakte geknüpft. Wenn ein Drehbuch zum Ablauf dieser Reise vorher geschrieben worden wäre, hätte mit Sicherheit keiner an den Ablauf dieser Reise geglaubt. Ich denke den ernsthaften Modellbauern hat es auch wieder den nötigen Schub bzw. Motivation gegeben. Herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden !!! |
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Was
macht man nicht alles ... Irgendwann Anfang des Jahres 99 trafen die ausführlichen Pläne bei mir ein. Nachdem ich diese ausgewertet hatte, traf ich mich mit Peter, und wir legten uns auf den Maßstab 1 : 75 fest. Da erfahrungsgemäß auf Fotos die Details und die Realität besser zu erkennen sind, beschlossen wir, telefonisch bei der Reederei um ein „Rendezvous“ mit unserer „Auserwählten“ zu bitten. Wieder hatten wir Glück: Das Schiff sollte in den nächsten Tagen nach Norwegen kommen. In aller Eile bereiteten wir alles nötige vor und konnten sogar noch einen dritten Begeisterten, Jörg aus Gütersloh, gewinnen, der das Modell eines in Norwegen zur Zeit an der Ausrüstungswerft liegenden Versorgers baute. Wir drei machten wir uns am 26. März auf den Weg. Jörg hatte es übernommen, uns zu kutschieren. Wir starteten frühmorgens bei mir, holten Peter ab und fuhren durch Dänemark zur Fähre Hirtshals (DK) - Kristiansand (S). Am frühen Nachmittag kamen wir - leicht durchgerüttelt und -geschüttelt - an und hatten dann noch 60 km bis zur vorgebuchten Hütte vor uns. Von dort waren legten wir die noch knapp 200 km nach Stavanger am nächsten Tag zurück. In der Nähe von Stavanger liegen die kleinen Häfen Risavika und Dusevik, die Anlandestation der STRILL-POWER, meinem Ziel dieser Fahrt! Dies Schiff gehört der Reederei Simon Møkster in Stavanger, es ist 74,90 Meter lang und 18 Meter breit. Es ist ein neuerer Versorger vom Ullstein-Typ 722, ein Allround-Schiff mit einem Windenzug von 300 Tonnen und riesengroßen Wasserwerfern: 720 m³ pro Stunde! Das sind 200 Liter pro Sekunde, die dort durch die Rohre gefeuert werden auf Entfernungen von über 200 Metern. Das Schiff hat eine Maschine mit 14700 PS Leistung und erreicht damit eine Zugleistung (Pfahlzug) von 165 Tonnen. Immer wieder hatten wir in den letzten Tagen gehört, daß es unsicher ist, ob das Schiff am Wochenende kommt, jetzt hieß es plötzlich, daß es in zweieinhalb Stunden anlegt! Also ganz schnell Richtung Küste, um auch Fotos vom Schiff mit hoher Fahrt zu schießen und dann ganz schnell zum Hafen zurück!
Nachdem das Schiff festgemacht hatte, gingen wir an Bord, begrüßten den Kapitän, überreichten ein Album von meinen bisherigen Hobbyarbeiten, so daß der Kapitän schon mal eine Vorstellung von meinem Vorhaben bekam. Das öffnete ihm das Herz, und er gestattete es uns, in allen Ecken und Winkeln, ob in der Maschine, an Deck oder der Brücke herumzukriechen und zu fotografieren.. Ich nutzte sofort die Zeit und das gute Wetter, schoß Fotos und Videos, war in der Mastspitze, an Deck von Bug bis Heck, an und in Aufbauten und Innenräumen und hatte dann im Laufe dieser Aktion insgesamt 430 Fotos und viele Minuten Video-Aufnahmen „im Kasten“. Ich war begeistert! Man baut so eine ganz andere Beziehung zu seinem (noch geplanten) Modell auf, als wenn man dessen „großen Bruder“ nie zu Gesicht bekommen hätte. Es blieb noch Zeit, im Hafen herumzustromern, hier und dort typische Ausrüstungsgegenstände zu fotografieren und sogar noch mehrere Versorger kurz zu besichtigen. Nirgends haben wir irgendwelche Probleme gehabt, diese Schiffe betreten zu dürfen, nachdem wir gefragt hatten!
Nach diesem umfangreichen und äußerst erfolgreichen Sonnabendsprogramm konnten wir am Sonntag Richtung Fitjar fahren. Fitjar ist ein ganz kleiner Hafen mit einer ganz kleine Ausrüstungswerft, und hier trafen wir auf das Schiff vom Jörg, die SCANDI STORD, ein Schiff vom Typ KMAR 404. Dieser Schiffstyp ist auch sehr neu, ist 73,60 Meter lang, 16,40 Meter breit und hat eine Maschinenleistung von 15000 PS. Da dieses Schiff gerade zur Indienstellung ausgerüstet wurde (Ausrüstung bedeutet immer Hektik an Bord!), hatten wir kaum Hoffnung, an Bord zu kommen. Wir waren deshalb sehr überrascht, daß der Werftkapitän und der Reedereikapitän dieses Schiffes sich trotzdem unwahrscheinlich viel Zeit nahmen, um uns die Besonderheiten dieses Schiffes zu erklären, was hier zur Zeit auf diesem Schiff getan wird und wann es rausgeht. Auch hier krochen wir anschließend in allen Ecken und Winkeln herum und nahmen viele, viele Details auf, so daß die fünf Stunden an Bord im Fluge vergangen waren. Man hatte uns zunächst in Aussicht gestellt, eine zweistündige Probefahrt im Fjord mitmachen zu können, doch irgendetwas verzögerte sich, es wurde später und später. Schließlich wurde die Probefahrt abgesagt, weil das Schiff am nächsten Morgen zur Übergabe an die Reederei in Bergen sein sollte. Schade, von daher nicht ganz so gelungen, aber Jörg war riesig begeistert, auf seinem Schiff gestanden zu haben. Und auch ich, der dieses Schiff ja gar nicht bauen wollte, war schwer angetan von der Technik und vor allem dem Entgegenkommen unserer Gastgeber.
Der Rückweg führte uns wieder über Dusevik, wo ich nochmal einige Aufnahmen von meinem Favoriten im Abendlicht und mit Beleuchtung schoß. Um 23 Uhr waren wir endlich in unserer Hütte zurück. Am Montag besuchten wir frühmorgens in Stavanger die Reederei Møkster und sprachen hier mit Herrn H., dem Reederei-Inspektor. Auch Herr H. hat sich uns „kleinen Modellbauern“ sehr angenommen, hat sich ausführlich mit uns unterhalten, obwohl die Telefone links und rechts von ihm klingelten, konnte uns noch mit einigen speziellen Plänen weiterhelfen, und wir durften im Büro noch einige Werftmodelle fotografieren. Am frühen Nachmittag waren wir dann endlich in Stavanger fertig, warfen einen letzten Blick auf die Hafenbecken, fuhren dann in Richtung Kristiansand zurück und trafen im Laufe des Abends dort bei unserer Hütte ein. So rundum happy, wie wir waren, haben wir dort diese erfolgreiche Exkursion heftig begossen und mit einem Festessen abgeschlossen. Die Rückfahrt führte uns wieder über die Fähre Kristiansand - Hirtshals, durch Dänemark - mit einem Abstecher bei strömendem Regen nach Esbjerg - , lieferten Peter im Hause ab, und ich war schließlich spätabends auch zuhause. Jörg hatte dann noch den Weg bis Gütersloh vor sich. Die Reise war nicht ganz billig, jedoch insgesamt preiswert - seinen Preis wert. Es geht mir dabei auch nicht so sehr um die Kosten, es geht um das Erfolgserlebnis, das Gewünschte - und noch darüber hinaus - erreicht zu haben, sich mit kompetenten Fachleuten unterhalten zu können und mit seinen Freunden eine Kameradschaft zu erleben, die mit nichts aufzuwiegen ist. Es lag sicherlich daran, daß wir die gleichen Ziele hatten und bei „gleicher Wellenlänge“ mehr erreicht haben, als wir je zu hoffen gewagt haben. Ein großes Dankeschön an Peter, der die Beziehungen angeknüpft und alles vorbereitet hat. Ohne ihn, den Mann mit dem großem Wissen im Offshore-Bereich, wäre ich niemals an diese Pläne gekommen. Ein weiteres Riesen-Dankeschön an Jörg, unseren „Taxifahrer“. |
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