Lebenslauf
des Schiffsmodellbauers
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HANS-JÜRGEN
MOTTSCHALL
Am 29.10.1941
in Frankfurt/Oder geboren, mußten wir einige Jahre später auf der allgemeinen
Flucht
aus
dem Osten, meine Heimatstadt in Richtung Westen verlassen.
Die Jugend und meine Schulzeit verbrachte ich in Pinneberg. Hier begann dann
auch im Alter von 9-10 Jahren meine Modellbaubesessenheit. Waren es anfänglich
noch die Papierflugzeuge und Schiffe der Wilhelmshavener Modellbogen, so begann
ich doch schon mit ca. 12 Jahren meinen Modellbau mit festeren Materialien. Die
Kunst des Weichlötens und den Umgang mit Weißblech lernte ich schon recht früh
von meinem Stiefvater. Wie vermutlich bei den meisten Jungen in meinem Alter, mußte
es natürlich ein großes Modell werden. Meine Wahl fiel auf den Schlachtkreuzer
„SCHARNHORST“ im Maßstab 1 : 100. Dieser Maßstab wurde von mir im Laufe
der Jahre bis auf wenige Ausnahmen beibehalten. Da es zum damaligen Zeitpunkt
noch keine fertigen Schiffsmodellbaupläne gab, zeichnete ich mir die
entsprechenden Wilhelmshavener Papierbogen um und fertigte nach bestem Wissen
und dem damaligen Können das Unterwasserschiff selbst. Fachleute bestätigten
mir hier ein gelungenes Modell. In drei-jähriger Bauzeit bastelte ich mir aus
Weißblech ein ganz passables schwimmfähiges Schiffsmodell.
Von 1957 - 1962 erlernte ich dann den Beruf eines Matrosen, machte meine
Matrosenprüfung und fuhr dann bei verschiedenen Reedereien,
zuletzt als Bootsmann und Offiziersanwärter in der Handelsschifffahrt. Meine Seefahrtszeit endete mit meiner Heirat im Oktober 1962. Meine
Modellbauleidenschaft hatte ich auch während der Seefahrtszeit nicht
einschlafen lassen, nur konnte ich hier natürlich aus Platzgründen
kein Modellbau betreiben. Das Anfertigen von verschiedenen
Schiffszeichnungen und Studieren der Bordschiffspläne sorgten für genug Beschäftigung.
Jetzt, an Land und mit entsprechender Wohnfläche ausgestattet, konnte mein
Modellbau wieder aufleben. Natürlich wurde noch einmal die „SCHARNHORST“
im Maßstab 1 : 100 gebaut. Dieses Mal natürlich mit ein bißchen mehr
Geschick. Allerdings mußte ich jedoch feststellen, daß mein Wissen für den
Bau grauer Schiffe nicht groß genug war und schon gar nicht meinen
Modellbauvorstellungen entsprach.
Das bei der Handelsschifffahrt erlernte Wissen überzeugte mich schließlich, für die Zukunft
nur bunte Modellschiffe zu bauen. Hier fertigte ich im Laufe der Jahrzehnte mit
immer größeren Anstrengungen (Arbeitsumfang), die verschiedenen Schiffstypen
aus unterschiedlichen Materialien. Angefangen von nur Weißblech, Messing,
Kupfer, Leiterplattenmaterial bis hin zu Polyester und den ersten Ätzteilen. Im
Laufe der Jahre entstanden folgende Schiffsmodelle :
SCHARNHORST (Schlachtkreuzer Weltkrieg II)
CAP SAN DIEGO (Stückgutfrachter HAMBURG-SÜD)
HAMMONIA (Omni-Schiff HAPAG-LINIE)
TABORA (Stückgutfrachter AFRIKA-LINIEN)
FRIESENSTEIN (Stückgutfrachter NODDEUTSCHER LLOYD)
HAMBURG (Passagierschiff ATLANTIK-Schiffahrtsgesellschaft)
BOMMA (Ro-Ro/Lo-Lo/Papierfrachter OLSEN-LINIE)
S.A. VAN DER STEL (Spezialschwergutfrachter SOUTH AFRICAN MARINE)
STAHLECK (Spezialschwergutfrachter HANSA-LINIE)
SYDNEY EXPRESS ( HAPAG-LINIE
GARANT ( Hochseeschlepper LÜTJENS & REIMERS)
T.S. 52 SOUND ( Bohrinselversorger HAPAG/LLOYD Transport Service)
CONTI BRITANIA (Spezialschwergut-Containerfrachter der Hamburger CONTIMAR-LINIE)
MAERSK MASTER (dänischer Bohrinselversorger MÆRSK-LINIE)
ODEN (schwedischer Eisbrecher)
STRIL POWER (norwegischer Versorger von MØKSTER) Im Bau: NORMAND PROGRESS (norwegischer Versorger von SOLSTAD) Bauende; ca. 2008 Selbstverständlich
bekam mein Sohn zur Einschulung ein Feuerlöschboot und später noch ein
Landungsboot im Maßstab 1 : 25 gebaut.
Am 4. Mai 1966 wurde mein Arbeitgeber die Berufsfeuerwehr Hamburg: Im
gleichen Monat des Jahres trat ich auch in den Schiffsmodellbau-Club Hamburg
e.V. bei, in dem ich dann fast 12 Jahre 1. Vorsitzender war. Hatte ich bis zum
Eintritt im Club nur Hobbymodellbau betrieben, änderte sich dieses jetzt
entscheidend durch die Teilnahme an einem Wettbewerb und durch die gute
Platzierung auf diesem, bis hin zum Leistungsmodellbau. Durch den für mich überraschenden
2. Platz hinter dem damaligen Deutschen Meister stand fest, daß ich über
wesentlich größere Fähigkeiten verfügte, als die bisher gezeigten. Im Laufe
der Jahre, habe ich sehr viele Freunde, die ich auf keinen Fall missen möchte,
aber und daß empfinde ich als äußerst negativ, leider auch sehr viel Neid und
Mißgunst erleben müssen. Hier vergißt der eine oder andere ganz einfach, daß
mir meine Erfolge nie geschenkt wurden sondern durch handwerkliches Geschick und
oft auch dem Quäntchen mehr Glück im Wettbewerbsfahren gelangen ! Mit dem ersten
Originalwerftplan der „TABORA“, einem Schiff der DAL und
ca. 200 Detailfotos des Originals baute ich jetzt mein erstes
Wettbewerbsschiff. Sehr schnell stellten sich jetzt die Erfolge
ein. Nach den relativ leichten Erfolgen auf Freundschaftswettbewerben
folgten nun die entscheidenden Erfolge auf den Gruppen-Meisterschaften, den
Deutschen Meisterschaften, den Erfolgen auf der Europameisterschaften bis hin zu
den Weltmeisterschaften.. Diese Erfolge konnten in den verschiedenen Klassen
wiederholt werden :
Zwischenzeitlich
war ich auch nationaler Schiedsrichter und Bauprüfer geworden. Neben den vielen
Einsätzen als Oberschiedsrichter auf Weltmeisterschaften leitete ich 1993 als
Hauptschiedsrichter den C-Weltwettbewerb am 24.08. bis 4.09.1993 in Jablonec
(CR). Das ich selbstverständlich in den
verschiedenen Kommissionen national wie international eingebunden wurde kam
zwangsläufig.
Inzwischen hat sich im Offshoremodellbau ein größerer Interessenkreis (lose Vereinigung), unter dem Begriff IOS (INTERNATIONAL OSV SOCIETY) gebildet. Da ich mich hier recht wohl fühle, habe ich mich diesem Kreis angeschlossen. |